Mittwoch, 30. April 2014

Sprachlos

Ich sammele in meinem Vorgarten Müll auf. Der Paketwagen fährt vor. Der Paketbote schnappt sich ein Paket und läuft an mir vorbei ans Ende unserer Haustüren und verschwindet im Durchgang.
Nach einiger Zeit kommt er wieder, läuft samt Paket an mir vorbei unsere Straße hinunter. Alles sehr zielstrebig, wie mir scheint.
Dann allerdings kommt er samt Paket zurück und fragt nach der Haunummer 89. Die gibt es in unserer Straße nicht, auch keine 98, falls das ein Zahlendreher sein sollte.
Ich frage nach dem Namen. Er sagt: Schiselle. Den Namen kenne ich nicht. Er lässt mich auf das Paket gucken. Er meinte Gisela. Auf dem Paketaufkleber ist erst der Nachname und dann der Vorname angegeben. Daher kann er damit nichts anzufangen. Er ist dunkelhäutig, spricht gutes Deutsch.


Den Nachnamen kenne ich und weiß, wo Schiselle wohnt. Ich zeige ihm das Haus etwas weiter unten, wo sich unsere Straße gabelt.
Ich warte noch ab, ob Schiselle öffnet, dann gehe ich in meine Wohnung.
Kurz darauf schellt es. Der Paketbote steht vor der Tür. Ich wundere mich.
"Ich wollte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir geholfen haben."
Ich bin sprachlos.

Montag, 28. April 2014

Total Genial

So lautet der Obertitel unserer Kinderprojekte zweimal im Jahr, in den Weihnahts- und Osterferien.
Ab Mittwoche probten zwischen 60 und 70 Kinder und 30 Mitarbeiter ein selbst geschriebenes Musical ein, dass am Samstagnachmittag aufgeführt wurde. In abgespeckter Form wurde auch der Gottesdienst damit gestaltet.
Die Texte und auch teilweise die Melodien verfassen und komponieren junge Mitarbeiter aus unserer Gemeinde.
Kulissen und Requisiten werden von den Kindern selbst erstellt.
Dieses Jahr hieß das Musical "Jesus Talk - Wir wonnen's wissen"
Interviewt wurden im "Studio Oberrahmede" von einer Talkmasterin Menschen aus dem alten Testament. Als Experte in der Talkrunde kam am Schluss jedes Interviews Jesus zu Wort.

Sie haben es toll gemacht, die Kinder und die Mitarbeiter. Und 5 Tage war in der Kirche und im Kirchenhaus Leben in der Bude.
Gott schenkte bis einschließlich Samstag gutes Wetter, so dass die Kinder in den Pausen draußen spielen konnten.
Sonntag goss es in Strömen.


junge Solisten

Die beiden Talkmasterinnen wechselten sich ab.

Ein Dankeschön im Gottesdienst von der Pastorin für die beiden Leiterinnen des Projektes, die auch die Texte geschrieben hatten.

die Band


Freitag, 25. April 2014

Ostermontag

Ein Tag, der es in sich hatte.
Früher Aufbruch von daheim. Freie Fahrt bei tollem Sonnenschein.
Es ging der Goldhochzeit entgegen.
Ein Kirchlein fern von größerer Zivilisation.
Ein Bauernhof, ein Landhaus und eine typische westfälische Deele.
Ansonsten Kühe, Rapsfelder, Wiesen und Felder so weit das Auge reicht.
Wir waren, wenn ich richtig gezählt habe, 36 Personen. Davon fast die Hälfte Kinder bis Jugendlich. Was war das schön.
Und alles blieb in der Familie: der Pastor, der die Ansprache hielt, der Posaunenchor, der Gemischte Chor.
Ein wunderbarer Segnungsgottesdienst, hinterher in der Pickert-Deele ein schmackhaftes Essen und Kaffee und Kuchen. Wobei immer die Kinder zuerst ans Büfett gehen durften.

Auf der Rückfahrt (Osterreiserückverkehr) hatte ich von allem etwas: Sonne und freie Fahrt, Stau, stockenden Verkehr, Unwetter. Gott sei Dank sah ich keinen Unfall auf der ganzen Strecke.


Sie grasen direkt gegenüber der Kirche.




Das Goldhochzeitspaar. Gisela, Du müsstest ihn noch kennen.

Mein persönliches Osterfeuer. Der Raps überragte mich. Ich bin 1,56 m klein.

Sonntag, 20. April 2014

Volle Tage - reich beschenkt

Am Gründonnerstag brachte mir die junge griechische Ehefrau von den Nachbarn über mir einen Osterzopf. Sie meinte, es sei bei Ihnen Tradition diesen zu backen und sie wollte mir eine Freude machen. Einfach schön, so ein Gruß.


Karfreitag ging es nach dem Gottesdienst mit der ganzen Familie und allen Kindern samt Anhang und Hunden nach Haiger zur Freundin. Sie ist Witwe. Ihre Söhne samt Anhang und Enkelkind waren auch da.
Unsere Kinder sind herzlich miteinander befreundet.
Meine Nichte und die Partnerin eines der Freunde hatten viel auszutauschen, beide sind schwanger. Die eine sogar mit Zwillingen (nicht meine Nichte).


Am Samstag kamen sie alle zum Osterfrühstück zu mir. Wie in alten Zeiten waren wir mal wieder alle beisammen. Der Tisch musste zweimal ausgezogen werden, damit alle Platz fanden.
Und weil es so schön und so lebhaft war, habe ich total vergessen zu fotografieren.


Am Nachmittag ging's zum Eierfärben ins Kirchenhaus. Dort färbte der OFK 400 Eier für das Osterfrühstück und den Ostergottesdienst am Sonntag. Volles Haus beim Eierfärben, weil alle mit Kind und Kegel und Hunden erschienen waren. Fröhliches Chaos war angesagt. Doch die meisten Eier blieben ganz.


Osterfrühstück heute morgen. Volles Haus, auch die Stehtische mussten genutzt werden. Doch unsere Lieben hatten gut vorgesorgt, so gut, dass das Frühstücksbüfett nach dem Gottesdienst noch einmal bestückt werden konnte.
Ein proppenvoller Ostergottesdienst voll von der Osterbotschaft und dem Osterjubel des Chorals "Wir wollen alle fröhlich sein" und dem neuen Song "Feiert Jesus kommt feiert ihn", bei dem kräftig mit geklatscht wird. Eine eindrückliche Osterpredigt über Maria Magdalenas Erstaunen am leeren Grab und ihre Begegnung mit dem Auferstandenen.
Traditionsgemäß bekommt unsere Stadt an Ostern Besuch von der Partnerstadt Brighouse. Und die Brighouse-Gesellschaft besucht dann mit der Delegation aus Brighouse einen Gottesdienst. Dieses Jahr hatten sie uns ausgeguckt. Und so wurde die Schriftlesung von einem Engländer in Englisch gehalten und dann noch mal von einem Mitglied aus unserem Liturgieteam in Deutsch. Unsere Mädelsband sang englische Lieder. Und wenn die Lieben vielleicht nicht so viel von der Predigt verstanden haben, so haben sie doch sicher die Atmosphäre des Gottesdienstes mitbekommen.
Jeder bekam beim Eingang in die Kirche ein Ei und eine Osterkarte und einen Drücker von der Pastorin. Beim Ausgang gab es den Drücker noch mal. Aber nur für die, die auch wirklich das Gebäude verließen. Es blieben noch viele zurück, gingen ins Kirchenhaus um sich zu stärken oder saßen auf der Terrasse.


Morgen fahre ich dann recht früh los um rechtzeitig zu einer Goldenen Hochzeit zu kommen die in einem kleinen Flecken hinter Werther/Halle gefeiert wird, erst in der Kirche und dann in einer Deele nebenan.


Reiche volle Ostertage - geschenkte Tage - geschenkte Begegnungen.
Dazu die Osterbotschaft in vielfacher Form auf vielfache Art und Weise.


Ich bin reich beschenkt.

Sonntag, 6. April 2014

Wege mit Silas

Wohin mit dem Hund, wenn die Gemeindefreizeit stattfindet? Tja, das ist die Frage. Das Haus Nordhelle lässt keine Tiere zu. Und es soll auch keiner extra, um den Hund zu betreuen, zu Hause bleiben.
Nenne macht den Heimschläfer. Das war in den letzten Jahren schon immer so, weil der Platz knapp war. Und Nenne, das bin ich. Ich wohne nur zwanzig Autominuten entfernt. Und so schläft mein Pflegehund (ist er ja immer) bei mir und fährt mit mir.
Da ich schon zum Beten und Frühstück da sein möchte, muss ich sehr früh raus, denn vorher muss ich mit Silas eine Stunde zügig unterwegs sein, damit er dann über Tag im Auto des Schwagers (großer Kofferraum) liegen und ausruhen kann. Und dazu kommt dann noch die Zeitumstellung.
Wasser und Futter hatte ich genug mit, einen Ball zum Spielen auch. Und ich hatte die Erlaubnis auf den Wiesen ums Haus mit dem Hund zu toben. Alle zwei Stunden etwa holte ich ihn zum Toben aus dem Auto.
In der Mittagspause gab es lange Gänge und abends auch noch mal. Ich glaube, so viel Bewegung hat der Hund sonst nie bekommen. (Ich wohl auch nicht.)
Hier einige Impressionen:












Samstag, 5. April 2014

Buntes Gemisch

Mit 189 Teilnehmern fand unsere jährliche Gemeindefreizeit im Haus Nordhelle statt. Wir hatten die ganze Tagungstätte gebucht.
Es waren 60 Jugendlich mit, 14 Kinder und 38 Menschen aus den Reihen des Obdachlosen Freundeskreises. Mit dabei waren auch leicht geistig Behinderte und Körperbehinderte.
Dieses bunte Gemisch war eine wahre Herausforderung für und alle. Und es ist uns gelungen miteinander ins Gespräch zu kommen, Jung und Alt, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Einige, die schon eine Gefängnisstrafe abgesessen haben, waren dabei.
Unser Thema hieß dieses Jahr: "Fest verwurzelt, was gibt meinem Leben Halt."
Stille, Gebetszeiten, Gottesdienst, Anbetung, Anbetungslieder, Workshops, Kontaktspiele, Wanderungen, alles Mögliche stand auf dem Programm. Aber besonders - immer wieder viel Zeit füreinander.
Ich bin gespannt, ob die Patenschaften und Kontakte, die Erwachsenen und Jugendliche geknüpft haben halten. Es wird sich zeigen.

Ich war "Heimschläfer", da wir nicht genug Zimmer hatten, ich nur zwanzig Minuten Anfahrt hatte und der Pfarrershund auch untergebracht werden musste.
Platt war ich nach der Freizeit ohne Ende, durch die vielen und intensiven Gespräche, durch die vielen Menschen und Eindrücke, durch die fehlende Stunde (ich musste mir Silas noch früher raus.

Und doch möchte ich diese Zeit nicht missen.







Bodenbild im Raum der Stille

Wir alle wurden fotografiert und konnten unser Foto sofort mit Namen an den Baum kleben.

Unsere Danke-Wand

Die Kinder stellten uns einiges aus ihrem Kinderprogramm vor.