Samstag, 30. Januar 2010

Herrlichkeiten




Fotos von der Lehrerinnen-Freundin. Danke fürs Senden!

Schöne stille Welt

Es schneit und schneit. Wir schippen und schippen und wissen nicht mehr wohin mit dem Schnee.
Doch die Welt um uns herum sieht zauberhaft aus. Der Garten, die Bäume, merkwürdige Formen treten da zutage, weich, rund und wattig. Und es ist still, unglaublich still. Selbst das Geräusch der vorbeifahrenden Autos (beim Schnee schippen zu hören) klingt gedämpft.
Wohl dem, der zuhause bleiben oder zu Fuß gehen kann. Und das ist schön.
Es ist Winter!
Meine Lieben (und einige aus der Gemeinde) kommen heute von Willow-Creek-Kongress in Karlsruhe zurück. Gott schenke ihnen eine behütete Heimfahrt.

Freitag, 29. Januar 2010

Schneemarsch

Zum Osteoporosetraining habe ich mich heute Morgen zu Fuß auf den Weg gemacht, quer durch die Stadt. Gestern war, ob des Schnees, mal wieder der Verkehr zusammengebrochen. Es schneit immer noch. Geschippt habe ich schon mehrfach. Das hält frisch.
Kleine Erlebnisse beim Schneemarsch:
An der Bushaltestelle standen Schüler. Der Bus war nicht in Sicht. Ich kam nicht vorbei, ohne auf die viel befahrene Straße treten zu müssen. 4 mal musste ich bitten, ehe eine Schülerin ein bisschen rückte, damit ich durch kam.
Ich stellte fest, dass unsere ausländischen Mitbürger ihre Waren trotz des Schneefalls vor den Geschäften stehen hatten. Wer kauft wohl schneebedeckte Jeans, Pullover und Blusen oder schneebedeckte Handtaschen?
Eine Frau bat mich, ihr über die Straße zu helfen. Sie musste zur Apotheke auf der anderen Seite und traute sich nicht alleine über die Schneeberge am Rand. Zu zweit hinüber, alleine zurück. Mir machte die Kletterei Spaß.
Von Schneeräumen auf den Bürgersteigen halten meine Mitbürger zum Teil wenig. Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer müssen in diesen Tagen daheim bleiben.
Mich erreichte eine SMS, dass unser junger Krebspatient keine Metastasen in der Lunge hat. Habe laut Hallelujah gerufen. Die Leute haben mich für verrückt gehalten. Macht nichts, sie konnten mich nicht erkennen, meine Kopfbedeckung sah wie ein Kaffeewärmer aus.
Gang mit kleinem Einkauf unterwegs 2 1/2 Stunden.

Dienstag, 26. Januar 2010

Amtsdeutsch

Der gelbe Briefumschlag in meinem Briefkasten enthielt keinen Absender, sondern die Aufschrift "Förmliche Zustellung", und in einem Sichtfenster meine Adresse. Fast hätte ich ihn als Reklame abgetan, weil er mir mit der Zeitung zusammen heute Morgen entgegenfiel. Auf der Rückseite war er mit folgendem Text bedruckt:
Wichtiger Hinweis: Mit dieser Sendung werden Ihnen in gesetzlich vorgeschriebener Form die im Umschlag enthaltenen Schriftstücke förmlich zugestellt. Die förmliche Zustellung eines Schriftstücks dienst dem Nachweis, dass dem Adressaten in gesetzlich vorgeschriebener Form Gelegenheit gegeben worden ist, von dem Schriftstück Kenntnis zu nehmen, und wann das geschehen ist. Den Tag der Zustellung vermerkt der Zusteller auf dem Umschlag (siehe Vorderseite). Bitte bewahren Sie den Umschlag zusammen mit den darin enthaltenen Schriftstücken auf. Er dienst als Beleg, wenn Sie angeben müssen, welche Schriftstücke Ihnen wann zugestellt worden sind. Wird der Zustellungsadressat oder eine zum Empfang des Schriftstücks berechtigte Person in der angegebenen Wohnung oder in den angegebenen Geschäftsräumen nicht angetroffen, kann das Schriftstück in einen zur der Wohnung oder dem Geschäftsraum gehörenden Briefkasten eingelegt werden. Mit der Einlegung gilt das Schriftstück als zugestellt.

Laut Zustellungsdatum ist mir der Brief gestern in den Briefkasten gesteckt worden und zwar nachdem der Briefträger vorbei war. Denn meine reguläre Post habe ich gestern entnommen.
Ich, der Zustellungsadressat war den ganzen Tag zu Hause und hätte in meiner Wohnung und in meinen Geschäftsräumen den Brief in Empfang nehmen können. Offensichtlich wollte der Zusteller lieber eine "Einlegung" vornehmen.

Verknackt

Er lag heute im Briefkasten, der Bußgeldbescheid. Die "billigste" Strafe ist es geworden: Bußgeld und die Kosten des Verfahrens und drei Punkte in Flensburg.
Einerseits bin ich dankbar, dass ich nicht mehr blechen muss. Andererseits tut mir auch diese Strafe mächtig weh. Aber das soll sie ja auch. Sie erfüllt ihren Zweck.
Trotzdem gehe ich heute Abend mit den Veteranen essen. Man/Frau gönnt sich ja sonst nichts.

Montag, 25. Januar 2010

Es lebe die Hilfsbereitschaft!

Wenigstens hilfsbereit war er, der 25 bis 30 Jahre alte Mann, der einer 76-Jährigen auf unserem Evangelischen Friedhof ihr Bargeld abgenommen hat. Er half ihr wieder auf die Füße, nachdem er sie zuvor hingeschubst, und aus ihrer Tasche, die sie um den Hals hängen hatte, das Portemonnaie genommen und daraus das Bargeld geklaut hatte.
Das nenne ich doch mal höfliche Räuber. Woll!

Sonntag, 24. Januar 2010

Ich gehöre dazu

.... zu den alten Veteranen. Ich bin "Mitglied" in gleich zwei!! Veteranentreffs. Da ich in diesem Jahr 70 werde, ist das nur rechtens. Es ist herrlich. Gestern war Veteranentreff unserer alten Garde der Ausbilder zum "Freiwilligen Suchtkrankenhelfer". Wir hatten jeder etwas eine Stunde zu fahren. Was hatten wir viel zu erzählen und zu bewegen. Denn einige von uns machen gerade eine schwere Wegstrecke (in ihrem Leben) durch. Ich bin die einzige in der Runde, die nicht mehr im Dienst ist. Also die einzige echte Veteranin.
Dienstag ist der nächste Veteranentreff. Der mit den Veteranen aus dem Schuldienst. Wir treffen uns alle 2 Monate in einem Lokal. Keiner hat dann Arbeit damit, aber alle viel zu erzählen. Auch schön, aber vom Gesprächsstoff her ganz anders geprägt.
Mal sehen, in wie vielen "Veteranen-Vereinen" ich noch "Mitglied" werde. Irgendwo dran muss ich ja merken, dass ich alt bin.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Fachfrau

Letzte Woche habe ich einiges über mich erfahren, nämlich welche Rollen ich so ganz nebenbei noch einnehme neben dem, was ich sowieso schon bin.

Ich bin meine eigene:

  • Bankangestellte - mache Online-Banking
  • Softwareexpertin - installiere und konfiguriere selber
  • Fotolaborantin - bearbeite meine Fotos selber (versuche es wenigstens)
  • Technikerin - Programmiere PC und installiere selbst
  • Telefonexpertin - programmiere Handy
  • Einzelhandelskauffrau - Selbstbedienung
    Kassiererin - scanne meinen Einkauf selbst, wird von Karte abgebucht
  • Kellnerin - Selbstbedienung, was ich verzehre wird am Scanner von der Karte abgebucht
  • Grafikerin - formatiere meine Schreiben
  • Reisebürokaufrau - buche Reisen im Internet (auch für Verwandtschaft)
  • Schaffnerin - entwerte mein Ticket selbst
  • Paketpostbotin - gebe Pakete im Terminal selber auf - hole dort auch ab
  • Tankwartin - tanke selbst - Karte in den Scanner - Kosten werden abgebucht
  • und so weiter und so fort.
(nachzulesen in dem Buch "Bin ich zu blöd" von Sibylle Herbert)

Da stellt sich mir die Frage, ob ich mich, wenn ich die jeweiligen Rollen verkörpere nicht auch entsprechend kleiden sollte.
Auf jeden Fall kann ich mir mal auf die Schultern klopfen. Ich wusste gar nicht, was ich so alles leiste.

Dienstag, 19. Januar 2010

Splitt

Tauwetter: Es knirscht.Wohin mit dem Splitt? Die Straßen sind frei von Schnee und Eis. An den Rändern türmt sich der schmutzige Schnee noch. Da die Straßen wegen der Salzknappheit mit Splitt gestreut wurden, haben wir jetzt ein Splitt-Problem. Die Straßen und Gehwege sind übersät von Splitt. Die Räumkommandos können die Fahrzeuge noch nicht auf Besen umrüsten, weil ja wieder Schnee und Eis angesagt ist. Ist zu viel Zeitaufwand, sagen sie. Der Splitt gelangt in die Kanalisation (ist er schon). Im Klärwerk verstopft der grobe Splitt die Siebe und der feine Splitt zerstört die Pumpen, was enorme Folgekosten verursacht. Salz ist vorläufig nicht in Sicht.
So haben wir nun ein Salz-Problem und ein Splitt-Problem! Wie schön.
Wie haben die das bloß früher gemacht? Da wurde nur mit Sand gestreut, wenn überhaupt. Ich kann mich nicht erinnern, dass das eine Finanzkrise nach sich zog.

Montag, 18. Januar 2010

Übergabe

Kein Einsatz! Ich bin unendlich dankbar, war ich doch diese Woche sehr angespannt. Vorhin war die Übergabe der gesamten Ausrüstung für die Notfallseelsorge.
Danke für Eure Fürbitte, für Euer an mich Denken!!!!!
Drei intensive Nachgespräche (sehr gut) bezüglich meines letzten Einsatzes (Unfall auf der Autobahn mit zwei Toten) hatte ich (in dieser Woche). Zwei gingen um Ablauffragen (Verhältnis Kripo/Notfallseelsorge) und eines um die Information der kurzen Wege in der Weiterleitung der Seelsorge. Dabei habe ich erfahren, wie es weiter gegangen ist und weiter geht. Denn die Mitarbeiterin der katholischen Gemeinde, die ich informiert hatte, betreut beide Familien der Verstorbenen. Sie rief einfach an, mir zu danken und zu erzählen. Gott sorgt auch für die richtigen Gesprächspartner zur rechten Zeit. Unglaublich. Danke!

Freitag, 15. Januar 2010

Probealarm

Immer freitags um 18.00 Uhr. Ich weiß es, schrecke trotzdem auf.
Freitags um 18.00 Uhr werden auf diese Weise alle Pieper der Kreisleitstelle überprüft. Bleibt der Alarm aus, muss das gemeldet werden. Es könnte der Pieper defekt sein.
Meiner geht.

Zeugen sein ... damit es der Stadt gut geht

Allianzgebetsabend im Rathaus der Stadt. Erstmals ökumenisch durchgeführt. Der Dechant der kath. Kirche führt in den Abend ein. Der Superintendent beschließt den Abend. Vertreter der Stadt geben in Kurzinterviews Antwort auf die Fragen (von der Schwester) zu ihrem Gebiet: Was macht Freude? - Was bereitet Sorge? In drei Blocks jeweils drei Vertreter. Danach beten zwei Beter (ev., kath. oder freikirchl.) für dieses Gebiet, danach Gebetsstille mit Abschluss der Vater-Unser-Zeile gesungen.
Interviewpartner:
1. Bürgermeister, Sozialdezernent, Leiter der Polizeiinspektion
2. Gleichstellungsbeauftragte, Integrationsrat, Jugendamtleiter
3. Leiter des Kulturamtes, Stadtkämmerer
Gesammelt wird für den Nothilfefond der Stadt.
Etwa 250 Beter sind gekommen. Viele müssen stehen. Es ist bewegend. Es ist konkret.
Wir,meine Schwester und ich, haben beschlossen, diese Gebetsanliegen der Stadtvertreter in die Gemeinden zu geben, damit im Laufe des Jahres dort weiter ganz konkret gebetet werden kann.

Montag, 11. Januar 2010

NFS

Diese Woche ist Allianzgebetswoche. Ich habe von heute Morgen an bis nächsten Montag Dienst in der Notfallseelsorge. Als ich mich eintrug, habe ich leider die Allianzgebetswoche nicht bedacht. Wenn ich angepiept werde, rücke ich lieber von zu Hause aus. Denn wenn der Pieper geht, rufe ich in der Kreisleitstelle der Rettungswache an. Dann erfahre ich, wohin ich muss und ob der Einsatz drinnen oder draußen ist. Je nach dem ist meine Ausrüstung und meine Kleidung.
Alles doppelt und dreifach im Auto zu haben, mich eventuell auf einer Toilette umziehen zu müssen - also ich weiß nicht. Bin nicht mehr so flexibel, merke ich.
Gott wird es verstehen, wenn ich mich bei den Abenden etwas rar mache.

Samstag, 9. Januar 2010

Gerade bekanntgegeben

.... Die MVG stellt ab 15.00 Uhr im gesamten Märkischen Kreis den Busverkehr ein.
Also muss es doch ein wenig schlimmer sein, als ich angenommen habe.

Keine Daisy

.... jedenfalls nicht hier, zumindest erst einmal nur sehr abgeschwächt. Es schneit zwar ohne Ende und es gibt auch kräftige Verwehungen. Doch die angekündigte Katastrophe ist ausgeblieben.
Meine Lieben konnten zum Familienfrühstück kommen. Eine kam per Pedes. Geschippt hatte ich schon zweimal. Jetzt habe ich schon viermal den Sport hinter mir.
Es schneit und schneit. Es weht und weht. Es ist halt Winter. Die Hauptstraßen sind notdürftig geräumt. Die Stadt hat kein Salz mehr. Wer nicht fahren muss, bleibt zu Hause (hoffentlich).

Freitag, 8. Januar 2010

Daisy

.... wird uns vorhergesagt. Also habe ich vorgesorgt. Und Gott hat gut für mich gesorgt. Es sollte angeblich kein Streusalz mehr geben, so stand es in der Zeitung. Und siehe da, unser Kaufpark um die Ecke hatte heute Morgen noch ein paar 10-Kilo-Tüten. Ich habe mich gut eingedeckt, denn der Weg bis zu meiner Haustür ist immer glatt.
Nur soll bitte Daisy nicht in den nächsten Stunden kommen. Ich muss nämlich noch mal los. Es ist Arbeitstreffen des Seelsorgeteams. Wir haben viel zu tun. Da es noch nicht schneit und stürmt, haben wir beschlossen es stattfinden zu lassen.
Gott schenke, dass wir alle heil nach Hause kommen.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Ausgedient


... hat er nun. Heute habe ich den Weihnachtsbaum "abgetakelt" zur Terrassentür heraus und über die Hecke gehievt. Dann schleppte ich ihn zur Straße. Der auf dem Foto ist nicht meiner. Nein, meinen habe ich nicht daneben gelegt, sondern in den Schneehaufen gewuchtet. Dort steht er aufrecht, mit einem Baum als Stütze und macht hoffentlich bis zur Abholung noch einigen Menschen Freude. Da am Wochenende das große Schneechaos kommen soll, und wir haben noch reichlich, habe ich meinen Baum schon heute nach draußen gestellt. Am Wochenende würde es für mich unendlich schwerer. Also weise sein, Nenne, Du bist nicht mehr die Jüngste.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Versprochen

Wie gewünscht hier ein Foto von Mogli.
Ich habe dieses ausgewählt, damit Ihr ihn in voller Größe und Schönheit bewundern könnt.

Und liebe Grüße soll ich Euch von seinen "Eltern" bestellen. Sie haben ihre helle Freude an dem Burschen, der draußen ausgesprochen munter ist, und es sich drinnen auch gerne gemütlich macht.

Dienstag, 5. Januar 2010

Wintermärchen

Traumhaft schön sieht es im Garten aus.
Wir haben heute einen langen Schneespaziergang durch die Brenge gemacht, die Kollegin mit ihrem neuen Hund Mogli und ich.
Die Lieben haben ihren Mogli, nachdem ihr treuer Begleiter verstorben ist, auf der Internetseite von "Tiere in Not" gesucht und gefunden.
Das Gang war wunderbar und hat gut getan.
Auch Mogli, ein ca. 7-jähriger "Weiß nicht was" hat ihn genossen.

Idylle

So sieht es draußen aus.

Wir haben heute einen langen Schneespaziergang durch die Brenge gemacht, die Kollegin mit dem neuen Hund Mogli und ich.

Mogli haben die Lieben, nachdem ihr treuer Begleiter sie verlassen musste, auf der Internetseite von "Tiere in Not" gesucht und gefunden.

Es war wunderschön. Der Gang hat gut getan.

Sonntag, 3. Januar 2010

Gottes Chaoten

War es nun chaotisch oder geordnet, heute im Gottesdienst?
Jedenfalls ist er immer wieder anders. In der Begrüßung kriegten die Organisatoren der Silvesterfeier ein Dank-Geschenk. Dann musste improvisiert, die Begrüßung in die Länge gezogen werden. Norbert, einer unserer ehemaligen Obdachlosen ist heute 14 Jahre trocken. Seine frisch gebackene Torte sollte er vorne am Altar überreicht bekommen. Doch Detlef, auch ehemaliger Obdachloser, der mit dem Bulli in der Stadt unterwegs war, um an den Treffpunkten die Obdachlosen und Freunde aufzusammeln, war wegen des Schneechaosses noch nicht zurück. Er sollte auch die Torte mitbringen. Immer wieder signalisierte ich der Pastorin und Schwester, dass noch nichts da war. Auf den letzten Drücker klappte es. Norbert bekam seine Torte und einen großen Korb voller Ricolas, weil er die so gerne lutscht. Nun braucht er sich wohl 30 Jahre keine zu kaufen, meinte die Pastorin. Die Technik hakte (Linzenz abgelaufen von irgendwas), so mussten wir bei einigen Stücken improvisieren, darauf waren wir eingestellt, alle. Schließlich ist den meisten unsere Liturgie mit ihren Texten und Liedern ja vertraut.
Vor dem Sündenbekenntnis tauchten plötzlich im Flur die kleinen Sternsinger auf. Die Begleiterin der Gruppe meinte, die Pastorin hätte sie eingeladen. Sie sollten singen.
Also warten und einen passenden Moment im Liturgieablauf abwarten. Dann taperte ich zum Altar, während die Gemeinde "Wir loben preisen anbeten dich" sang und sagte der Schwester, dass die Sternsinger da seien. "Was wollen die denn?" "Singen." "Wieso?" "Du hast sie eingeladen, sagen sie." "Ich? Nie im Leben. Was soll ich tun.?" "Sie singen lassen."
Und so sangen sie nach der Schriftlesung und vor dem Predigtlied ihr Königslied und sagten ihren Vers vor der Gemeinde. Die Pastorin lud sie ein in die Kinderbetreuung, damit sie nach dem Gottesdienst am Ausgang ihre Spendendose aufhalten konnten. Sie wurden herzlich beklatscht und waren glücklich. So viel Applaus hätten sie noch nie bekommen, meinten die Kleinen.
Und wir hörten eine Predigt zur Jahreslosung so Mut machend, so seelsorgerlich, so hilfreich.
Gott breitet seine Arme aus und ruft: "Wer kommt in meine Arme?" Und ich darf hineinlaufen, mich hineinfallen lassen, mich auffangen lassen.
Ich kann nie tiefer fallen, als Jesus in die Hände. Welch eine Verheißung, welch ein Trost, welch eine Geborgenheit. Auch wenn mein Herz vor Angst erstarrt. Die tiefe Gewissheit ist da, hineinflüchten in Gottes Arme.
Mein Gesprächspartner später im seelsorgerlichen Gespräch, der in einer so ausweglosen Situation zu sein scheint, so unendlich traurig und erschütternd, er hat es aufgesogen, mitgenommen, hält sich daran fest.

Samstag, 2. Januar 2010

Der Engel

Er war bei mir, vom 24.12.09 bis heute. Am Heiligen Abend schenkte ihn mir meine Familie als Entschädigung für mein "gestohlenes" Mädchen. Aus dickem, rohen Holz gezimmert, einen Meter hoch und durch seine Flügel auch etwa 70 cm breit, so stand er dann in meinem Musikzimmer. Ich hatte ihn noch nicht auf den kleinen Balkon an meinem Einstellplatz gestellt, da dort immer gerne mit viel Geböller und Alkohol das neue Jahr begrüßt wird. Nicht dass er auch in die Luft gejagt wird.
Nun ist er futsch. Nicht geklaut. Nein. Die Schwester brauchte ein passendes Geschenk für die Nachbar-Kirchengemeinde, die 700 Jahre alt wird. Und da passt mein Engel so wunderbar, sagte sie beim Familienfrühstück. Und sie nimmt ihn wieder mit, mit dem Versprechen, mir nächstes Jahr einen neuen zu schenken.
Natürlich habe ich eingewilligt, auch wenn es mir nicht so ganz leicht fiel, weil ich mich wirklich an dem Engel erfreute. Es erinnerte mich an manche Situationen im Elternhaus.
Und dann rief sie vorhin an und teilte mir mit, dass der Schreiner mir im Laufe der nächsten zwei Monate einen neuen Engel anfertigen würde, extra für mich, weil er so beeindruckt von meinem "Opfersinn" wäre. Wenn der wüsste .....
Aber schön ist es doch, dass er außerhalb der "Saison" für mich einen Engel anfertigt.

Freitag, 1. Januar 2010

Jahreslosung 2010

Jeus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! (Joh. 14,1)
Welch eine Zusage Gottes, welch eine Verheißung! Mit meinem oft verzagten Herzen halte ich mich fest an diesem Wort und an meinem Herrn und Heiland.

Heute im Gottesdienst ein Gastpfarrer aus einer Nachbargemeinde. Er wollte, obwohl anders abgesprochen, die Liturgie selber halten. Die Schwester zog also ihren Talar wieder aus, sie wurde nicht "benötigt". Die Gastkantorin hatte nur unseren Liturgieplan, kam dadurch etwas durcheinander. Wir halten zwar die genaue Gottesdienstordnung ein, haben aber Teile der Liturgie ausgetauscht. So singen wir nach dem Sündenbekenntnis das russische Kyrie (vierstimmig), im Anbetungsteil singen wir einen Taizé-Chorus und ein Anbetungslied. Also, die gute Kantorin fand sich im Fahrplan nicht mehr zurecht, weil der liebe Amtsbruder andere Stichworte ansagte.
Die Predigt war etwas unstrukturiert und unverständlich, jedenfalls für die Meisten. Es ging nicht um die Jahreslosung, sondern um Regenwolken die zu Tautropfen werden. Kein Zusammenhang zu finden.
Bei uns wird das Fürbittengebet immer von einem Mitarbeiter des Liturgieteams gebetet. Das wusste der liebe Amtsbruder. Doch er hielt es selber, ohne Vorankündigung. Der Mitarbeiter wird es verkraften. Aber schade ist es trotzdem, vor allem, wenn vorher alles klar abgesprochen war.
Gott kann aus allem etwas machen, auch aus einem "missglückten" Gottesdienst. Sein Wort wirkt wo und wann es will.
Wir Mitarbeiter und auch die Schwester Pfarrerin waren erschrocken. Aber wir haben ja die Jahreslosung. Und die passte für uns und unsere Gemeinde heute ganz wunderbar als Zuspruch.

Gut behütet!

So hieß das Motto unserer Silvesterfeier. Und jeder sollte mit einer Kopfbedeckung kommen. Taten sie, die Meisten. Wir waren ein bunter Haufen, der sich nach dem Abendmahlsgottesdienst über die alte Jahreslosung im Kirchenhaus trafen. Von unseren "Obdis" über Alleinstehende bis hin zu der "Oberschicht" war alles vertreten. Und jeder hatte was zum Büfett beigesteuert.
Wir haben gebetet, gegessen, gespielt, getanzt. Einer unserer ehemaligen "Obdis" ist Tanzlehrer und macht das mit Tänzen und Musik wunderbar. Es war ein wunderschöner Abend, bis ich die Nichte und Patentochter in die Altstadt fuhr. Mache ich gerne, wollte nach Hause, weil mir der Rummel eigentlich zu viel wurde. Ich brauchte Stille. Tja, und kaum hatte ich die Patentochter abgesetzt, geriet ich an die Polizei (s.u.). Die hatten an diesem Abend sicher keinen leichten Job.
Bis dahin war es ein wunderbarer Abend, den Rest habe ich mir selbst vermasselt.
Passiert ist passiert. Nun will ich mich einfach an das Schöne erinnern. Unsere Mitarbeiter haben wirklich Tolles geleistet. Danke für Eure Mühe und den gelungenen Abend!

Schwarz,rot,gelb

Ich sah gelb.
Die Polizisten rot.
Nun habe ich eine Anzeige am Hals, weil ich 2 Stunden vor dem Jahreswechsel über eine gelb-rote Ampel gefahren bin.
Sie tun ihre Pflicht.
Ob gelb ob rot, ich hätte nicht mehr drüber dürfen.
Ich ärgere mich schwarz über mich, immer noch.
Die letzte Woche des Jahres hatte es in sich.
Der Zahn, dafür konnte ich nichts (oder doch?). Pech und schnelle Hilfe.
Der Keilriemen, dafür konnte ich nichts. Pech und schnelle Hilfe.
Die gelb-rote Ampel. Eigene Schuld und warten auf die Höhe der Strafe.