Sonntag, 29. September 2013

Fundstück

Beim Einfahren in die Tiefgarage vorhin, qualmte es vor meinen Augen. Hinter meiner Windschutzscheibe stieg leichter Rauch auf.
Schnell die Wassertemperatur am Armaturenbrett überprüft. Leichtes Herzklopfen. Am Einstellplatz alles ausgestellt, Hebel der Motorhaube betätigt, weil immer noch leichter Qualm aufstieg.
Ausgestiegen und von außen auf die Scheibe geguckt.
Ein glühender Zigarettenstummel lag auf der Gummidichtung direkt am Gelenk des Scheibenwischers auf meiner Fahrerseite.
Ich war entsetzt und erleichtert zugleich.
Auf solche Fundstücke kann ich verzichten.

Donnerstag, 26. September 2013

Abschied von Hansi

Seit 65 Jahren kenne ich ihn. Kenne seine Familie und viele seiner Freunde.
Am Sonntag war er fröhlich wählen, war den ganzen Tag munter und ist abends ganz plötzlich gestorben. In der vergangenen Woche hat er noch voller Freude auf der Hochzeit seiner Nichte getanzt.
Gewiss, er war 86 Jahre alt. Aber er stand noch mitten im vollen Leben, unglaublich aktiv.
Doch er wünschte sich immer, dass Gott ihm einen schnellen Tod schenkt. Das hat Gott getan.
Und Hansi war bereit. Auch wenn er noch gerne lebte.
Seine Patchworkfamilie (er war mehrmals verheiratet), traf sich regelmäßig. Sie halten alle zusammen.
Hansi, der eigentlich Hans Gerhard heißt, aber von niemandem je so genannt wurde, hat viele Aufs und Abs in seinem Leben erlebt.
Meine erste Erinnerung an ihn reicht in die Jahre 1948/49. Mein Vater baute, nach Rückkehr aus der russischen Gefangenschaft, die Jugendarbeit in Lüdenscheid wieder auf. Und Hansi gehörte zu den Mitarbeitern der ersten Stunde. Ich schwärmte für diesen Jungen, der damals 21/22 Jahre alt war und sicher keinen Blick für ein 8-jähriges Kind hatte.
Was haben wir uns in den letzten Jahren an unseren Erinnerungen erfreut, konnten manchmal nicht aufhören zu erzählen.
Hansi liebte Paul-Gerhardt-Lieder. Darum haben wir einige heute bei der Beerdigung gesungen.
Und er zitierte immer wieder und immer öfter mitten in der Unterhaltung oder beim Essen oder beim Fernsehen den Vers 6 aus "Der Mond ist aufgegangen". Da heißt es:
Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod;
und wenn du uns genommen,
lass uns in' Himmel kommen,
du unser Herr und unser Gott.

Seine erheblich jüngere Witwe und seine Kinder aus dieser Ehe (Alter Mitte bis Ende zwanzig) und seine älteren Kinder aus der vorhergehenden Ehe, sowie seine Enkelkinder, die er so liebte, müssen nun lernen mit der Lücke zu leben, die er hinterlässt. Und doch stand heute die Dankbarkeit für sein Leben und seine Originalität und der Dank an Gott, für dieses geschenkte Leben im Mittelpunkt.

Den Vers über seiner Todesanzeige hatte er selbst ausgesucht. (Er war vorbereitet.)
Psalm 139,9
Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

Donnerstag, 19. September 2013

Abschied von Sebastian

Gott hat ihn heimgeholt, den Sohn unserer Freunde.
Sebastian ist 37 Jahre alt geworden. Er hatte Krebs. Vor gut 6 Wochen sind er und seine Lebensgefährtin noch mit seinem Zwillingsbruder (eineiig) und seiner Frau zu einer Bergtour in Norwegen mit Zelten unterwegs gewesen. Es war sein Wunsch und es schien ihm besser zu gehen.
Danach ging es plötzlich rapide bergab.
Beim Sterben waren alle dabei, seine Lebensgefährtin, sein Vater, seine Mutter, sein Bruder (aus der Schweiz) und seine Schwester. Er hat daheim in Schweden von allen Abschied nehmen können. Alle haben noch rechtzeitig bei ihm sein können. In der Urlaubszeit schnell mal einen Flug zu bekommen, ist nicht so leicht. Gott hat es geschenkt. Gott hat auch geschenkt, dass er heimgehen konnte solange seine Schwester noch da war. Gott holte ihm am späten Abend heim, am anderen Morgen früh musste seine Schwester zurückfliegen nach hier.
Sebastian wollte ihn Schweden beerdigt werden, weil seine Lebensgefährtin dort bleiben will.
So haben wir bei uns in der Kirche eine Trauerfeier gehalten, am vergangenen Samstag. Dort ist Sebastian (auch sein Bruder) von meiner Schwester konfirmiert worden.
Sei mutig und entschlossen!
Lass dich nicht einschüchtern
und hab keine Angst!
Denn ich, der Herr, dein Gott,
bin bei dir, wohin du auch gehst.
Josua 1,9
Das steht über seiner Todesanzeige. Das hat er noch Anfang des Jahres seinem Patenkind, der zweiten Tochter seiner Schwester, als Taufspruch mit auf den Weg gegeben.

Die Trauerfeier in der brechend vollen Kirche war bewegend und eine einzige Verkündigung des Evangeliums. Wobei die Trauer wohl ihren Platz hatte. Aber das "Lob sei Dir auch unter Tränen" bestimmte diese Stunde.


Wir hörten, dass seine Arbeitskollegen in Schweden die Urne für ihn gezimmert haben. Er wird am 27.09.2013 in Schweden, nach einer Trauerfeier auch dort, beigesetzt.

Rückblick II

Korsika 2013
Urlaub und Dienst zugleich. Urlaub in einer christlichen Ferienanlage, in Pinéa in Calvi.
Meine Schwester hatte eine Woche offiziell Dienst in Verkündigung und Programm und Seelsorge. Und eine Woche machte sie inoffiziell Dienst, hatte eigentlich offiziell keinen Dienst.
Ich durfte Urlaub machen und sie versorgen. Wandern, Schwimmen, einfach die Seele baumeln lassen, beten für unsere Lieben, das war mein Part.
Und gleichzeitig begleiteten wir per SMS und Gesprächen einen lieben Freund und seine Familie beim Sterben und Heimgang seines Sohnes.
Eine schwere und doch auch eine gesegnete Zeit.
Es ist immer das Leben "in Fülle", das wir erleben. Da gehört alles hinein, das Schöne und auch das Schwere.


Auf zum Einkauf mit Rucksack und im Sonnenkleid.

Blick von unserem Balkon

Vollmond über Korsika

Die Zitadelle von Calvi abends

Die Zitadelle von Calvi hatten wir beim Schwimmen immer im Blick.

Auf nach Hause!

Rückblick 1

Allianzkonferenz 2013 Ende Juli-Anfang August in Bad Blankenburg

Gemeinsam gegen Menschenhandel (freigelassene Tauben)

Gemeinsam gegen Menschenhandel

Diakonissenchor aus 5 verschiedenen Mutterhäusern

Volle Hallen
Eine Woche Allianzkonferenz voller Begegnungen, Bibelarbeiten, Vorträge und Seminare. Es gäbe vieles zu erzählen. Ich könnte jede Menge Fotos einstellen.
Es war eine gesegnete und gefüllte Zeit.
Besonders bewegt hat mich der Diakonissenchor. Wo sieht man noch so viele Diakonissen auf einem Haufen. Früher hatten wir hier in Lüdenscheid in jeder Gemeinde eine Diakonisse.
Bewegt hat mich auch die Aktion, die die Allianzjugend auf dem Marktplatz von Bad Blankenburg durchführte "Gemeinsam gegen Menschenhandel". Es gab viel Aufklärung dazu in den Tagen vorher.

Und immer wieder bin ich bewegt, wie viele Menschen kommen (auch wenn es weniger geworden sind). Sie schlafen in Zelten, in Massenquartieren, in Hotels oder Privatunterkünften. Und sie bevölkern die Konferenzhalle, die Stadthalle und die Kirchen und Gemeinderäume.

Ich selbst stand jeden Tag im Messegelände am Stand von Gott.net und das hat mir ungeheuren Spaß gemacht.

Dienstag, 10. September 2013

Lebenszeichen

Für alle, die sich Sorgen machen:
Ich bin wieder da, nachdem ich erst eine Woche zur Allianzkonferenz in Bad Blankenburg weilte, vier Tage daheim war und dann für 14 Tage nach Korsika aufbrach.
Vergangenen Samstag sind wir abends wiedergekommen.
Es galt und gilt einiges aufzuarbeiten. Und da zeitgleich die Sommerferien bei uns endeten, ging es gleich auch mit Pauken und Trompeten wieder in der Gemeindearbeit los. Und Hundesitting, mal bei Tag, mal auch über Nacht, ist auch dran, Wohnung von Freunden hüten usw.
Also, ich lebe noch.
Berichten werde ich später.
Fröhlich im Gedränge
Nenne