Dienstag, 29. September 2009

Kratzer

Als ich heute Morgen das Gebäude verließ, in dem ich mein Training habe, da sehe ich, dass mein Auto an der rechten Seite über dem Vorderrad dicke Kratzer hat. Sie sind tief. Es sieht aus, als sei ich an einem weißn Poller oder Eckstein entlang geschrammt. Ich habe mir den Kopf zerbrochen, tue es noch. Gemerkt habe ich nichts, weiß auch nicht wo das passiert sein kann. Aber sie sind da, die tiefen Schrammen. Mein Trainer kam gleich mit Autopollierzeugs. Etwas sind die Kratzer blasser geworden. Ich brauche jetzt rotes Autowachse und einen roten Lackstift für die tiefen Stellen. Ich hoffe, ich kriege alles einigermaßen hin, denn zum Lackierer - das wird teuer. Ich raff's nicht, dass ich nichts gemerkt habe.

Montag, 28. September 2009

Wiedersehen

Heute ist der Todestag meiner Schwester. Sie ist nur drei Jahre alt geworden. An ihrem Geburtstag, dem 25.08. habe ich schon einmal was geschrieben. Durch ihre lange Bettlägerigkeit war sie geistig sehr viel weiter als andere Kinder in ihrem Alter. Wir haben um ein Wunder (Heilung) gebetet. Doch sie ist heim zu ihrem Heiland gegangen, der ihr nicht fremd war.
Bei der Beerdigung seines eigenen Kinder sagte mein Vater: "Gott hat sich von dem Verwunden mehr erhofft als von dem Wunder."
Ich habe meine Verwundung, die ich als fast 13-jährige gespürt habe, Jahnzehnte später in einer seelsorgerlichen Therapie aufgearbeitet. Das war gut und heilsam.
Ein paar Jahre später habe ich noch einmal eine Schwester geschenkt bekommen. Wir haben eine innige Beziehung zueinander, das ist toll. Heute schneite sie bei mir rein, wollte was Dienstliches. Sie weiß wahrscheinlich gar nicht, dass heute der Todestag meiner Schwester ist. Ich habe es in der Eile auch nicht gesagt. Das macht nichts.
Denn:
Ob durch Leben, ob durch Tod getrennt,
alles, was nach Jesus Christ sich nennt,
trifft sich einst beim Herrn im Himmelssaal.
Christen seh'n sich nie zum letzten Mal.

Und so freue ich mich wie bekloppt auf ein Wiedersehen mit meiner Schwester und meinen anderen Lieben und ganz vielen, die ich vermisse.

Sonntag, 27. September 2009

Wahltag

Diese Karte gibt es auf der Gott.net-Seite:http://www.gott.net/.
Wir haben diese Karte am letzten Samstag auf dem Marktplatz der Stadt an Passanten verteilt und ein Gespräch mit ihnen geführt..
Auf der Rückseite steht ein Text von Jürgen Werth:
Mancher Machthaber
würde am liebsten
das Volk auflösen
und ein anderes wählen.
Schrieb einst Bert Brecht.
Ich habe dich gewählt
und ich bleibe bei meiner Wahl.
Egal was kommt.
Sagt der Schöpfer des
Himmels und der Erde.
Das ist mal eine Wahl,
die auf jeden Fall
gut ausgeht!

Gegen Mittag, nach dem Gottesdienst und den Gesprächen habe ich gewählt. Im Wahllokal war dieses Mal, im Gegensatz zu sonst, richtig Betrieb. Ob wohl mehr Leute zur Wahl gegangen sind als vor ein paar Wochen? Ich hoffe es.


Gott schenke, dass wir Frauen und Männer in die Regierung bekommen, die in Verantwortung vor Gott Ihre so schwere und wichtige Aufgabe erfüllen.

Samstag, 26. September 2009

Veteranentreff

Dieses Mal haben wir und bei mir getroffen, wie "alten Veteranen". Alt, weil wir vor Jahren ein Team waren, das Mitarbeiter aus Selbsthilfegruppen und Abstinenzverbänden zu "Freiwilligen Suchtkrankenhelfern" (so lautet die Bezeichnung) ausgebildet hat. Die Ausbildung zog sich über 2 1/2 Jahre (mehrere Wochenend-Seminare) hin und endete mit einem Zertifikat für die, die erfolgreich abschlossen. Wir haben damals viel miteinander erlebt, miteinander gerungen und auch selbst einiges gelernt. Und - wir wollten die Verbindung halten. Zweimal im Jahr wollten wir uns treffen. Das hat dieses Mal nicht geklappt, wir fanden keinen Termin, denn alle anderen sind noch im Dienst. So trafen wir uns erst nach einem Jahr heute bei mir. Jeder bringt was mit zum Brunch, so ist es für keinen zu viel. Und da wir uns reihum treffen, muss jeder mal weit fahren.
Es war schön. Sofort war die alte Vertrautheit wieder da und wir hatten sehr persönliche tiefer gehende Gespräche. Das tat gut.
Und einen neuen Termin haben wir auch schon, dieses Mal sogar schon für Ende Januar 2010.
Ich freue mich darauf.

Donnerstag, 24. September 2009

Er liegt!

Jawohl, seit zwei Stunden liegt er, der neue Belag auf meinem Balkon.
Die Nachbarn haben gestaunt. Wir gaben ein herrliches Bild ab. Da der Rasen nass war, weil es geregnet hatte, haben mein Helfer und ich den Balkonteppich auf der Zufahrt zu unseren Haustüren ausgerollt, den alten Belag als Schablone darüber gelegt und dann hat der gute Mann alles zugeschnitten. Beide knieten wir in der großen Einfahrt und hofften, dass niemand in die Zufahrt fahren wollte. Seine Frau passte auf. Ein Bild zum Schießen. Ausgerechnet seit zwei Tagen ist eine Baustellenampel direkt vor meinem Eingangsbereich. Es war Feierabendverkehr. Die Menschen in den Autos hatten während der Rotphase richtig was zu sehen. Sie schauten uns direkt auf die Finger. Amüsiert haben sich beide Seiten (glaube ich). Und mein Balkon sieht schnuckelig aus. Inzwischen steht alles wieder am Platz. Mit den Helfern gab es einen ausgiebigen Tee-Schwatz (mit Kuchen). Ich freue mich. Wieder was bewältigt.
Die nächste Aktion steht an.

Mittwoch, 23. September 2009

Korrektur

Da schickt doch die Nichte eine Mail, im Anhang eine wissenschaftliche Arbeit. Die Tante soll bitte Korrektur lesen. So weit so gut. Doch die Arbeitsgruppe ist durch Krankheit in Verzug geraten und die umfangreiche Arbeit muss innerhalb von 24 Stunden korrigiert sein. Was tut die Tante? Sie lässt alles stehen und liegen und setzt sich dran.
Es ist geschafft. Ich habe viereckige Augen vom Bildschirm, habe einige Fachausrücke gelernt, eine interessante Arbeit gelesen und bin glücklich, die Nichte glücklich gemacht zu haben.
Toll, was die Kurze da geleistet hat.

Montag, 21. September 2009

Verwirrungen

Eine wichtige Mitgliederversammlung auswärts. Etwa 100 Mitglieder waren angereist. Es geht und ging um die Fortführung eines Glaubenswerkes. Um 18.00 Uhr sollte die Versammlung beendet werden.
Sie dauerte bis 21.00 Uhr. Nach einem eindrücklichen geistlichen Einstieg und einer Abstimmung für ein neues Konzept schien alles gut zu laufen. Doch danach gab es bei weiteren Punkten plötzlich Missstimmungen. Verletzungen wurden deutlich, Misstrauen ausgesprochen, es gab Anschuldigungen. Eine voranbringende Weiterarbeit wurde schwierig. Notgedrungen wurde die Versammlung spät etwas ratlos beendet.
Wie es weiter geht, wir wissen es nicht. Wir können nur beten und hoffen, dass Gott selbst eingreift, Herzen bewegt und dass er zeigt, ob es weiter gehen soll, oder ob er es anders will.

Samstag, 19. September 2009

Keiner da

Alle meine Lieben sind ausgeflogen. Heute war keiner zum Familienfrühstück da.
Drei sind beim Konfi-Wochenende, zwei helfen beim Umzug der Familie der Freundin mit, der Schwager ist dienstlich unterwegs, eine muss am Studienort bleiben. Der Rettungssanitäter hat Dienst. Tja, so ist das manchmal.
Ein bisschen verlassen fühlte ich mich heute schon, weil ich mich immer so auf unser Familienfrühstück freue.

Mittwoch, 16. September 2009

Energie

Da ist doch so eine große, dicke Nacktschnecke über einen Meter an der Scheibe meiner Terrassentür empor gekrochen. Solch eine Energie möchte ich haben. Allerdings so eine Schleimspur möchte ich doch nicht hinterlassen.

Dienstag, 15. September 2009

Geschafft

Endlich habe ich ihn gekauft, den neuen Belag für den Balkon. Der alte ist mürbe, löst sich auf. Über den Waschbetonplatten liegt nämlich ein Balkonteppich (habe ich schon übernommen). Der ist hin, sagten die Maler. Also: meinen großen verwinkelten Balkon vermessen, gegrübelt, wie kriege ich die lange und dicke Rolle ins Auto, schaffe ich das alleine? Neffe, der in der Nähe Schule hat, um Transporthilfe gebeten. Und siehe da: nette Verkäuferin, schmale Rolle, gut durch den Kofferraum über die Sitze bis nach vorne zu schieben. Auto ging zu. Fahrersicht war gut. Neffe wäre nicht nötig gewesen, hätte alles alleine geschafft. Trotzdem, ganz herzlichen Dank.
Und da habe ich tagelang gegrübelt, wie ich das Ganze bewerkstellige. Ich bin verrückt.
Nun muss nur noch das Wetter trocken sein, damit mein Helfer und ich das Ganze auf meinem Einstellplatz gut zuschneiden könne.

Montag, 14. September 2009

Feste feiern wie sie fallen

Manchmal, ja manchmal da fallen die Feste alle auf eine Woche. Die vergangene war so eine Woche. Angefangen vom vergangenen Sonntag bis einschließlich gestern gab es jeden Tag eine Feier. Und jede Einladung dazu war auch von mir lieben Menschen der unterschiedlichen Freundeskreise ausgesprochen worden. Tagsüber, abends, nachmittags - ich war feiern. (3 Jubiläen, zwei runde Geburtstage, eine Wiedersehensfeier ein normaler Geburtstag) Warum muss nur alles in einer Woche stattfinden. Ich hätte es gerne mehr verteilt gehabt, um alles besser genießen zu können. Doch ich kann die Ehrentage nicht datieren. Und jeder hat, mit Ausnahme der Wiedersehensfeier, an "seinem" Ehrentag gefeiert. Die normalen Gemeindetermine kamen hinzu. Nun habe ich das Empfinden, mich von allem Feiern erholen zu müssen. Ich bin durch die Woche gesaust. Doch dass die Lieben mich einladen und sich freuen, wenn ich komme, ist auch ein schönes Gefühl.

Freitag, 11. September 2009

Gestrichen

Da hat man doch meinen Namen aus dem neuen Telefonbuch gestrichen. Meine Festnetznummer steht nicht mehr drin. Dabei habe ich beim Anbieterwechsel auf den Antrag geschrieben, dass mein Eintrag im Telefonbuch bleiben solle. Es gab extra eine Rubrik dafür. Tja, und dann werde ich gestrichen. Ärgern tut mich das schon ein bisschen. Doch ich weiß, es ist anderen ebenso ergangen. Ich werde es "überleben".

Dienstag, 8. September 2009

SMS von Gott

Jeden Morgen bekomme ich eine "SMS von Gott" auf mein Handy.
Heute lautete sie:
"Gottes Liebe ist an jedem Morgen neu.
Darüber kann man sich sein Leben lang freuen." (Psalm 90,14)
Hach, ich freue mich!

Freitag, 4. September 2009

Fortbildung

Wir hatten heute eine Fortbildung im Rahmen der Notfallseelsorge. Manches Praktische und Hilfreiche war dabei, angefangen von dem Moment, in dem der Pieper geht bis hin zu dem, was dann ist, wenn ich nach dem Einsatz wieder nach Hause komme. Wie bereite ich mich auf den Einsatz vor? Oft bekomme ich nur ganz knappe Informationen. Was ist, wenn in der Situation die eigene Betroffenheit zu groß wird. Wie gehe ich mit den manchmal sehr schlimmen Eindrücken um, wie werde ich die grausamen Bilder wieder los. Das beschäftigte uns im Austausch untereinander.
Ich weiß, dass ich betend zu jedem Einsatz fahre, auch wenn ich nicht weiß was mich erwartet. Ich habe oft erlebt, dass ich in vorbereitete Verhältnisse komme. "Menschen, die mit Jesus rechnen, kommen immer in vorbereitete Verhältnisse." (PD) Ja, wenn ich zurückschaue, bin ich immer in vorbereitete Verhältnisse gekommen. Und auch hinterher gebe ich das Erlebte bei Gott ab. Doch ich brauche manchmal auch das Gespräch über das Geschehen, um meine Gefühle und Gedanken zu sortieren. Auch Seelsorger brauchen Seelsorger.