Montag, 25. Juni 2012

Abschiede

Gestern war ein Tag der Abschiede: Der Kantor meiner früheren Gemeinde nahm nach 50!!! Jahren Dienst seinen Abschied. Und gleichzeitig löste sich der Kirchenchor, den er vor 50 Jahren gegründet hatte auf.
Wir kennen uns von klein auf, sind Nachbarskinder. Und er hat eine meiner Cousinen geheiratet. Wir haben lange Jahre zusammen gewohnt. Und so habe ich auch 20 Jahr in "seinem Kirchenchor" gesungen, war 16 Jahre in dieser Gemeinde Presbyterin. Das ist nun auch schon wieder über 2O Jahre her.
Bewegend waren die Begegnungen mit alten Mitstreitern und Mitsängern. Erschütternd wie gebrechlich manche geworden sind. Bewegend, welche innige Gemeinschaft alle noch miteinander haben. Bewegend der Dank der Kirchengemeinde.
Pensioniert ist mein angeheirateter Vetter schon lange (Oberstudienrat), aber seine Kantorenstelle hatte er bis jetzt noch.
Gefreut hat mich überaus, dass unser Bürgermeister dem scheidenden Kantor die goldene Ehrennadel der Stadt Lüdenscheid ansteckte. Er bekam sie verliehen für das, was er auf muskalischem Gebiet für die Jugend der Stadt Lüdenscheid aber auch für das musikalische Geschehen hier getan hat.
Viele Tränen sind geflossen, wegen der Abschiede - denn die alte Gemeinschaft besteht ja nun auch nicht mehr. Und doch überwog auch die Dankbarkeit für die vielen Jahre des Miteinanders.

                                     

Freitag, 22. Juni 2012

Hinter den Kulissen

Ich durfte während der Sendung mit in die Regie. Das war für mich einfach spannend.


In der Regie

Von der Regie in den Aufnahmeraum geknipst.

Einspieler alter Sendungen mit unseren Eltern

Auf Sendung

Beim ERF

Der ERF will am Geburtstag unseres Vaters, wenn er 100 geworden wäre, eine Sendung über ihn ausstrahlen. Zu Wort kommen sollen dabei neben meiner Schwester unsere alte Gemeindeschwester (Diakonisse) und sein alter Amtsbruder. Nenne fuhr als Betreuung der Gemeindeschwester (unsere Schwille) mit. Und Röschen als Begleitung ihres Mannes, des Amtsbruders. Es war ja ein anstrengender Tag für die lieben Alten. Morgens früh holten wir Schwille von Bethel aus ab, gabelten in Lüdenscheid das Pfarrehepaar auf und sausten nach Wetzlar. Dort gab es erst einmal ein kräftiges Mittagessen, während einer nach dem anderen geschminkt wurde. Eine "geschminkte" Diakonisse hatte ich auch noch nie gesehen.
Die Aufnahme hat super geklappt. Die Lieben und auch meine Schwester haben das wirklich gut gemeistert, Jürgen Werth sehr hilfreich moderiert. Zwischendurch wurden auch Einspieler aus alten Sendungen mit unseren Eltern gezeigt.
Ich durfte das Ganze von der Regie aus verfolgen. Hoch interessant.

Für mich besonders beeindruckend war, dass alle Beteiligten vor der Sendung im Senderaum zusammen kamen um miteinander zu beten. Das ist wirklich nicht selbstverständlich, obwohl es das eigentlich sein müsste.

Mittagessen mit Jürgen Werth (ERF-Direktor)

Eine geschminkte Diakonisse

Bepsrechung in der Kulisse

Unsere Truppe mit unserem Freund Jürgen Werth, den wir alle von klein auf kennen.

Samstag, 16. Juni 2012

Der Theologe

Es war ein hervorragenderVortrag, den wir über den Theologen Paul Deitenbeck und seine Bedeutung für ganz Deutschland gehört haben.
Seine Originalität, seine tiefe kindliche Gläubigkeit, seine menschliche Einzigartigkeit kam nicht zum Zuge. Konnte sie auch nicht. Das war ja auch nicht Ziel des Abends. Ich glaube, einige alte Recken waren enttäuscht darüber. Der große Saal war überfüllt, musste geschlossen werden. So mussten auch Gäste draußen bleiben. Eine hatten Zeitdokumente mitgebracht (z.B. ein Album von der Fabrikenmission in Lüdenscheid. In der anschießenden Aussprache (weil Fragen gestellt werden durften), wurde klar, wie viele Menschen eine persönliche Geschichte mit unserem Vater hatte. Und der Kulturdezernent (bald nicht mehr) der Stadt regte an, dass der Geschichts- und Heimatverein doch ein Buch über gerade diese Begebenheiten herausbringen sollte, solange noch genug Zeitzeugen da seien. Da gab es heftigen Beifall.
Es war schon bewegend, wie Junge, die ganz einfach neugierig waren, Vertreter der Stadt und auch eben die alten Mitstreiter sich da auf den Sitzen drängten.
In einem persönlichen Gespräch hinterher mit dem Referenten konnten wir noch einiges ergänzen und er hatte sehr persönliche Fragen.
Nun macht der ERF unter Hof mit Himmel noch eine Sendung, ein Interview mit meiner Schwester, unserer ehemaligen Gemeindeschwester und dem Pfarrbruder, der an der gleichen Kirche mit unserem Vater war. Ich bin gespannt.
Plötzlich erinnern sich alle wieder sehr.
"Seine" Kirche macht im Herbst eine Sonderveranstaltung.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten

Forum in der Bücherei
Referat über Paul Deitenbeck

Lüdenscheid
Zum letzten Geschichtlichen Forum vor der Sommerpause lädt der Geschichts- und Heimatverein ein für morgen ab 17.30 Uhr im Saal der Stadtbücherei. Referent ist diesmal der Kirchenhistoriker Dr. Klaus vom Orde von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
Sein Thema: "Paul Deitenbeck - ein westfälisches Pfarreroriginal und heimlicher Bischof".
Der Einsatz Pfarrer Paul Deitenbecks für seine Gemeinde und als Synodaljugendpfarrer des Kirchenkreises ist weithin unvergessen. Erinnert wird aber auch an die von ihm durchgeführte Straßen- und Fabrikenmission. Er war Vorsitzender der Deutschen Zeltmission, einer der beiden Vorsitzenden der Deutschen Ev. Allianz, Leiter der Gerhard-Tersteegen-Konferenz, einem Sammelbecken der Vertreter der pietistischen Tradition in Rheinland und Westfalen.
Im CVJM-Westbund, dem Evangeliumsrundfunk und in dem Nachrichtenmagazin "idea" arbeitete er intensiv mit. Geleitet von der reformatorischen Erkenntnis der zentralen Bedeutung der Bibel trat er aber vor allem als einer der Mitbegründer und führenden Männer der Bekenntnisbewegung "Kein anderes Evangelium" hervor.
Der Eintritt ist frei.

Unser Vater würde in einem Monat 100 Jahre alt. In der Stadt, verschiedenen Gremien, Organisationen und seiner Gemeinde wird daran gedacht.
Angestoßen haben wir das nicht, auch nicht daran erinnert. Eingeladen worden sind meine Schwester und ich zu dem morgigen Vortrag. Den hält ein Mensch, den wir nicht kennen. Und ich bin äußerst gespannt, wie der unseren Vater darstellt, als Menschen und als Theologen.