Samstag, 28. April 2012

Jetzt leuchtet er wieder am Wegrand



Endlich

Vor anderthalb Jahren habe ich zu meinem 70. Geburtstag von einem meiner Patensöhne und seiner Frau einen Gutschein bekommen. Ich bekam eine Einladung zu einem 5-Gänge-Menü, und der Knüller dazu war, dass es ein Schwestern-Menü war. Das heißt, meine Schwester war mit eingeladen. Wir sollten bekocht werden. Terminlich schwierig, wegen der Schwester. Ich habe mich daraus gehalten. Dann musste der Termin verschoben werden. Dann hatten wir ihn endlich. Und was macht die Schwester, nimmt noch einen Zusatztermin an, will sich zwischendurch für eine Stunde oder mehr davonschleichen. Da ich den Schriftverkehr für sie mache habe ich einmal gewagt, einen privaten Satz dazu zu schreiben, nämlich der Organisatorin des Treffen geschrieben, dass ich sehr traurig darüber sei, dass meine Schwester auch diesen Abend wieder splitten muss. Und dann gab es plötzlich einen anderen Termin für das Treffen.
Und wir hatten einen wunderbaren Abend mit festlich gedecktem Tisch, mit einer gedruckten Menükarte (mit Datum) und es gab wirklich ein Fünf-Gänge-Menü:
Speisekarte für den 27.04.2012
                 *
Feine Kartoffelsuppe
                 *
Birne mit Roquefort überbacken
                 * 
Frische Salatplatte
                 *
Schweinefilet "Serano"
mit Gemüsebeilagen und Kroketten
                  *
Limettencreme
auf Fruchtspiegel

Es war köstlich. Wir hatten Zeit für Austausch untereinander, konnten nachfragen, Anteil nehmen, konnten von uns erzählen. Und wir konnten dabei genießen.

Und die Schwester ist auch erst in der zweiten Hälfte des Abends immer wieder eingenickt. 

Samstag, 21. April 2012

Beerdigung

Gestern wurde Norbert beerdigt. Es war eine bewegende Trauerfeier in unserer Kirche. Norbert hatte "volles Haus", etwas über 200 Menschen waren zu seiner Beerdigung gekommen. Viele Gäste aus dem Obdachlosen-Bistro, viele Menschen aus unserer Gemeinde.
Die Schwester hielt die Beerdigung und es fiel ihr schwer, immer wieder kamen ihr die Tränen. Und doch haben wir Lob- und Anbetungslieder gesungen. Auch das, was ich vorgestern für Gisela bei Fb eingestellt hatte. Ich wusste nicht, dass wir es auch für Norbert (und für uns) singen würden. Er hatte mir dem Lied "Herr, wohin sollen wir gehen" seine besondere Geschichte. Die Ansprache war an Norberts Leben entlang, reine Verkündigung des Evangeliums.
Bewegend war das Schlusslied, ein ganz altes "Reichslied", dass wir früher immer am Ende jeder Allianzkonferenz gesungen haben. "Wenn nach der Erde Leid Arbeit und Pein"..... Ich hätte nie gedacht, dass das so viele mitsingen konnten.
Anschließend ging es ihm langen Leichenzug von der Kirche zum Friedhof Oberrahmede. So einen langen Leichenzug hat das Rahmedetal sicher lange nicht gesehen und auch nicht so viele abenteuerliche Gestalten. Unsere OFK-Babys (ich schrieb mal von ihnen) trugen schwarze Anzüge, ich war platt und auch ein bisschen amüsiert.
Im Anschluss an die Urnenbeisetzung gab es im Kirchenhaus noch eine Nachfeier. Die Gemeinde hatte Kuchen gebacken, der OFK Brötchen geschmiert. Und weil es ausnahmsweise bis zum frühen Abend trocken blieb, konnten wir auch auf die Terrasse ausweichen.
Die Kollekte wurde für Norberts Beerdigung eingesammelt, denn die zahlen wir als Gemeinde und OFK, wir sind ja seine Familie.
Unsere heimgegangenen Lieben, zu denen nun auch Norbert gehört, haben vom Himmel aus dies alles miterlebt und sich sicher dran gefreut.

Mittwoch, 18. April 2012

Aufgelesen

Unmittelbar neben dem Evangelischen Friedhof unserer Stadt genau an der Zufahrt zur Leichenhalle hängt dieses Schild.


Wie schön zu wissen, dass ich zu meiner "letzten Ruhestätte" auch mein Auto mitbringen kann.

Sonntag, 15. April 2012

Total Genial

Unter diesem Motto findet in den Osterferien und in den Weihnachtsferien immer unser Kindermusical statt. Innerhalb von drei Tagen studieren Kinder, die Spaß am Singen, am Basteln und am Musizieren haben, ein Musical ein. Junge Mitarbeiter aus der Gemeinde schreiben die Texte und auch die Musik. Die Technik und die Band (alles Jugendliche) ziehen mit. Samstags ist dann die Aufführung und am Sonntag im Gottesdienst werden die Lieder alle noch einmal gesungen.
Gestern gab es ein Musical über David und Goliath.
 Thema: Lasst Riesen klein aussehen





Unser David machte seine Sache super gut.

Samstag, 14. April 2012

Freitag, 13. April 2012

Geschenk

Ein Geschenk des Alters ist (sollte sein), die freie Zeiteinteilung. So bin ich heute, am Freitagvormittag, mit der Freundin und dem Hund durch die Brenge spaziert. Auf dem Parkplatz viele Hundeliebhaber, die schon ihre Runde hinter sich hatten.

Die Nebel steigen.

Blaue Stunde

Mogli macht Springübungen.

Gigantische Wolkenbildungen


Montag, 9. April 2012

Heimgegangen

Norbert ist heimgegangen, am 1. Ostertag. Vorhin kam der Anruf. Am 22. März haben wir noch fröhlich seinen Geburtstag gefeiert.
In den letzten Tagen ging es ihm schon schlecht. Doch solche Phasen gab es öfter. Gestern war er noch bei einem Mitarbeiter zu Besuch. Der wollte heute Morgen nach ihm sehen und fand ihn tot in seiner Küche.
Norbert gehörte seit der Gründung des OFK (1992) dazu. Erst noch als Obdachloser und schwerer Alkoholiker. Wir haben eine lange Geschichte mit ihm. Seit 16 Jahren war er nun trocken. Erledigte viel für den OFK, der ihm eine Wohnung besorgt hatte und ihn aufgefangen hatte. Er besorgte den Einkauf für das Bistro, die Süßigkeiten für das Kirchencafé und so manches andere. Und er rechnete gewissenhaft ab. Er war immer ein bisschen unwirsch, man musste ihn zu nehmen wissen. Für seine Pastorin, die Schwester, ging er "durchs Feuer". Er ist aus unserem Gemeindeleben gar nicht weg zu denken. Saß jeden Sonntag im Gottesdienst.
Zu seiner Familie in Süddeutschland hatte er nur noch wenig Kontakt. Er war Schausteller, hatte mal ein großes eigenes Fahrgeschäft. Seine Familie, seine Kinder führen die Tradition fort.
Wir beide haben auch so unsere Geschichte miteinander. Und im letzten Jahr traf ich Norbert regelmäßig wenn ich zum Training ging. Gegenüber ist ein Bäcker. Er kaufte sich dort sein belegtes Brötchen und eine Cola oder einen Café. Ich holte Brot. Inzwischen warteten wir aufeinander. Er bekam von mir das Brötchen gespendet und wir redeten miteinander. Vorige Woche haben wir dort noch einen Kaffee miteinander getrunken.
Er wird mir fehlen. Er wird uns fehlen. Er wird vor allem meiner Schwester fehlen. Und doch hat er es jetzt gut. Ihm tut nichts mehr weh. Er ist beim Herrn. Heimgegangen am Auferstehungsfest.

Sonntag, 8. April 2012

Gruß aus der Ewigkeit

Und dann kommt da per Rundmail (an unendlich viele Adressaten gesandt) ein PDF-Anhang mit vielen Osterzitaten von vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten. Und dann steht ganz unten ein Zitat von Paul Deitenbeck:
"Jesu Auferstehung bedeutet, dass einer gekommen ist, der aus dem Finale des Todes ein Zwischenstadium gemacht hat."
Gottes Timing. Und einfach schön und Mut machend.

Ostersonntag

Der Ostersonntag beginnt mit einem Osterfrühstück in der Gemeinde.
Es ist bitter kalt (- 4 Grad), aber entgegen aller Wettervorhersagen scheint die Sonne.

Der Obdachlosenfreundeskreis (OFK) hat ein wunderbares Frühstücksbüfett gezaubert.


Viele sind gekommen, alle Tische sind besetzt.


In der dämmerigen Kirche probt in der Zwischenzeit die Band für den Gottesdienst.


Jeder Gottesdienstbesucher wird von Teilnehmern des OFK mit einem selbst gefärbeten Ostrei und einem Osterleporello begrüßt. Bienchen hat Pech. Der Henkel des Korbes hält nicht. Eierkitschen mal anders.


Wie immer gibt es beim Eintritt in den Kirchenraum eine Umarmung von der Pfarrerin. Manch einer geht dabei in die Knie, denn die Pfarrerin ist nicht sehr groß.

Er ist auferstanden!

Samstag, 7. April 2012

Ostereier färben

Jedes Jahr färben die Leute vom OFK (Obdachlosenfreundeskreis) 400 Ostereier. Wer mit färben will, steht an den besonderen Treffpunkten der Stadt und wird vom OFK-Bulli eingesammelt. So auch heute. Die Eier werden morgen beim Osterfrühstück vor dem Gottesdienst gegessen. Und zum Gottesdienst bekommt jeder als Begrüßung von einem OFK-ler ein buntes Osterei.
Hier der Beweis:
Eines unserer OFK-Babies war auch dabei.

Siggi zieht sich immer besonders fein an, selbst beim Ostereierfärben.

Keiner traute sich auf die hohe Leiter. Nur Nenne! Drum durfte sie den Zweig schmücken.

Ein Teil der fertigen Werke.

Brolle war mit seinem Hund auch wieder da. Zum Färben hatte er seine Mutter mitgebracht (wirklich).

Begonnen wurde die Aktion, wie alle Aktionen des OFK mit einem kräftigen Gebet.

Überraschungen

Heute Morgen war die Welt teilweise weiß. Es hatte geschneit.
Zum Osterfrühstück waren fast alle da. Die letzten "Anmeldungen" gingen Karfreitag Abend ein. Die Osternester mussten "gestreckt" werden. Und dann blieb doch noch einer weg. So kam ich nicht aufs Ungewohnte.
Es war eine fröhliche Frühstücksrunde. Und die Jugend blieb hinterher noch länger zur ausführlichen Unterhaltung. Schööööööön.


Morgens um 7.00 Uhr. Die Welt ist etwas weiß.



 Vorher - Nachher

Donnerstag, 5. April 2012

Fragezeichen

Das Osterfrühstück steht an. Da fliegen auch die studierenden Neffen ein. Die Nichte ist schon bei Kirchens in Lohn und Brot und hat natürlich zu tun.
Die Schwester sagt, alle kommen zum Familienfrühstück, alle samt jeweiligem Anhang und der Anhang der Nichte auch. Einer der Neffen war auf der Gemeindefreizeit. Der wusste von nix, will aber kommen. Ob seine Freundin kommt, Fragezeichen. Klug geworden, schicke ich Mails an alle, auch an den Anhang. Bitte auch um frühzeitige Meldung, da Freitag die Geschäfte geschlossen sind., Großes Fragezeichen bis jetzt, denn keiner hat sich gemeldet. Das Fragezeichen bleibt.
Es ist nun spannend, ob wir nur vier sind, zehn oder eine Anzahl dazwischen.

Mittwoch, 4. April 2012

Einfach tierisch

Dass sich die Mäuschen auf meiner Terrasse und unter der Hecke tummeln, das bin ich ja gewohnt. Aber als gestern eine Ratte ihre Männchen machte, da wurde mir doch ganz anders. Also erst einmal mit dem Besen verscheucht.
Und dann ging es mit Rattengift mal wieder an die bekannten Stellen unterm kleinen Balkon und unter der Eingangsstufe.
Vor vielen Jahren, als in der Straße unter uns gebaut wurde, da hatten wir vermehrt Ratten, aber jetzt? Allerdings habe ich in jedem Frühjahr Rattengift ausgelegt. Nur gesehen in meinem Garten habe ich die ersten und letzten Ratten vor etwa 15 Jahren. Und gestern die eine.
Mir ist schon ein bisschen komisch zumute.

Dienstag, 3. April 2012

Erlebnis am Rande

Ich zeigte schon mal Fotos vom OFK-Bulli und seinen Blessuren. Natürlich fuhr der OFK-Bulli auch die OFK-ler zur Gemeindefreizeit. Treffpunkt war der Parkplatz der Kirche. Und trotz Fahrgemeinschaften musste der OFK-Bulli zweimal fahren. Die Schwester hielt noch eine Beerdigung in der Kirche mit anschließendem Zug zum Friedhof.
Bei der ersten Fuhre passierte es mal wieder. Der Fahrer des Bullis (ein ehemaliger Obdachloser) fuhr zu ungestüm und beschädigte beim Wenden das Auto eines Beerdigungsgastes. Passiert ist wohl nicht viel. Aber angesichts der abenteuerlichen Gestalten in dem Bulli riefen andere Beerdigungsgäste sofort die Polizei. (Der Geschädigte hätte das nicht getan, sagte er später.) Und so stand denn plötzlich die Pastorin mit wehendem Talar zwei Polizisten gegenüber, die sich nur wundern konnten. Und mal wieder muss der OFK einen Schaden bezahlen. Es gibt zwei Leute aus den OFK-Klienten-Reihen, die den Bulli fahren dürfen (allerdings mit Auflagen). Mit ihren "Macken" dabei müssen und wollen wir Leben.

Gemeinde unterwegs

Mit 170 Teilnehmern war unsere Gemeinde von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag im Haus Nordhelle im Ebbegebirge zur Gemeindefreizeit. Eine bunte Mischung. Die jüngste Teilnehmerin 2 Monate alt, der oder die älteste Teilnehmerin zwischen 75 und 80. Kinder, Katechumenen, Konfirmanden, Jugendliche, ein großer Teil aus dem Obdachlosenbereich usw., mussten und wollten es miteinander wagen und aushalten.
Es war eine gesegnete Zeit. Nicht leicht für die Verantwortlichen. Aber es zeigt sich, dass sich in unserer Gemeinde viele verantwortlich fühlen, nicht nur die Organisatoren.
Es war Zeit fürs Hören, Zeit für Stille, Zeit für Gebet, Zeit für Beichte, Zeit für Anbetung, Zeit für Lob und Dank, Zeit für Gesang, Zeit zum Kegeln, Zeit zum Schwimmen. Zeit zum Reden und Zeit zum Essen. Ach ja, und Zeit zum Schlafen gab es auch.
Das Haus Nordhelle wurde total von uns in Beschlag genommen. - Das ist immer so gewesen bisher.
Die Nordhelle zeigte sich wettermäßig sehr unterschiedlich.

Am Samstag sah es so aus!!!

Am Sonntag zeigte sich der Himmel blau.