Lange habe ich hier nichts geschrieben. Wahrscheinlich guckt schon gar keiner mehr in dieses Blog.
Es gäbe vieles zu berichten, es war viel los.
Doch manchmal fehlte die Zeit und manchmal die Kraft und Gelassenheit, hier etwas einzustellen.
So fasse ich einfach mal einiges kurz zusammen:
Kurz vor meinem 75. Geburtstag im Dezember kündigte sich eine Bronchitis an. Da aber alle meine Lieben ausnahmsweise mal von Nah und Fern kommen wollten, ich sie auch gerne bei mir haben wollte, habe ich diese Bronchitis erfolgreich unterdrückt. Darin bin ich ein Meister.
Von morgens bis abends ging es bei mir zu wie im Taubenschlag. Nichten, Neffen, Großnichte und liebe Freunde, alles war da. Es war für mich wunderschön.
Und schon stand Weihnachten vor der Tür. Und wo wurde als Familie gefeiert: Bei Nenne!
Auch volles Haus mit Kind und Kegel und zwei großen Labradoren.
Und immer noch wurde die Bronchitis ignoriert und unterdrückt.
Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es das große Patentreffen bei meiner Schwester. Sie lädt dann alle Paten ihrer Kinder samt Familien ein. Und meine Nichten und Neffen samt Kleinkind waren ja noch von Weihnachten da, alle anderen kamen samt Familien. Der Nachmittag und Abend war wieder wunderschön.
Auch Schönes strengt ja an. Ab dem 30. Dezember musste ich die Reißleine ziehen und mich für 14 Tage aus dem Verkehr.
Die Arbeit am PC für meine Schwester lief trotzdem weiter. Die Allianzgebetswoche war ja dran. Zwar ohne mich, aber irgendwie doch mit mir.
Dann kam der 96. Geburtstag meiner geliebten Patentante, den wir im Altenheim feierten. Sie war putzmunter, geistig fit und mit Rollstuhl sehr wendig.
Meine Schwester feierte dann ihren Geburtstag vormittags bei mir, da ihre Kinder nur kommen wollten, wenn sie auch ein wenig Zeit für die Lieben hätte. Das geht im Pfarrhaus und im Kirchenhaus nicht, da geht es an dem Tag heftig zur Sache. Also gab es vormittags bei Nenne ein riesiges Geburtstagsfrühstück. Nachmittags feierte die Gemeinde und Abends hatten die Lieben vom Obdachlosenbistro dort ein tolles Büfett erstellt. Ganz viele unserer ehemals Obdachlosen, die inzwischen in Wohnungen sind, brachten etwas mit. Hinterher stürzten sie sich drauf und futterten alles auf. Es war toll, das zu erleben. Einer der ehemals Obdachlosen, aber immer noch gefährdeten, hielt eine kleine Rede. Und es war im Bistro wie immer proppenvoll.
Drei Tage darauf ging es nach Mainz zum Geburtstag der Nichte. Meine Schwester hat sich "geschworen" ihre drei Kinder jeweils zum Geburtstag zu besuchen. Mehr schafft sie nicht, aber das hat sie bisher eingehalten, seit die Lieben aus dem Haus sind (Mainz, Heidelberg, Trier).
Dann durfte ich für ein paar Tage in Mainz Klein-Ida hüten. Mama hatte Gemeindefreizeit und Papa Klinik-Praktika, hatte von sieben bis sieben Dienst "auf Station".
Ich habe es genossen, ich glaube, die Kleine auch.
In der Gemeinde ist immer viel in Bewegung. Dadurch, dass Lüdenscheid drei Auffanglager hat, davon eines in unserer Gemeinde, und inzwischen auch durch die vielen Zuweisungen zusätzliche Container, Massenquartiere und Wohnraum beschafft hat und beschafft, sind wir mittendrin in aller Flüchtlingsarbeit.
Sie kommen in unsere Gottesdienste, nehmen an allen Gemeindeveranstaltungen teil und ein ganzer Stamm an Ehrenamtlichen aus unserer Gemeinde leistet an vielen Stellen manchen Dienst (Sprachkurse, Paten für Familien, Kleiderkammer usw.). Wir erleben viel Elend, viel Bereicherung, auch Ärger, das ganze Programm. Es bleibt spannend. Aber Gott hat uns diese Menschen vor die Füße gestellt, sie sind da und brauchen unsere Hilfe und Zuwendung.
Es gäbe so vieles noch zu erzählen, an Schönem, an Schwerem. Es treibt immer wieder ins Gebet.
Und Gott schenkt immer wieder neue Kraftzulagen, das spüre ich tagtäglich.