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Montag, 24. Oktober 2016

Viel geschehen

Die Zeit rast. Es ist viel geschehen.

Inzwischen ist der kleine Ole geboren. Meine Schwester ist zum zweiten Mal Oma geworden. Oles Schwester, die kleine Ida, freut sich sehr über ihren gesunden Bruder. Und sie muss immer wieder zur Vorsicht gemahnt werden, wenn sie mit ihren Zärtlichkeiten zu heftig ist. Sie verteidigt ihren Bruder gegen den großen Labrador, auch wenn die Mama erklärt, dass der ruhig schnüffeln darf. Aber wenn Ida an Ole dran ist, darf eben kein anderer an ihn ran, auch der Papa nicht. Sie ist schon richtig große Schwester.
Wir sind dankbar über das gesunde Kind, erleben wir doch gerade in der Gemeinde eine etwas andere und sehr notvolle Situation. Und so sind wir als Beter wieder kräftig in die Pflicht genommen, um die kleine Johanna, die in der 27. Woche geholt werden musste und der dann gleich eine schnell wachsende Geschwulst an der Pobacke entfernt werden musste, zu umbeten, sie und auch ihre Eltern und Geschwister. Aus der akuten Lebensgefahr ist sie heraus. Aber die Kleine hat noch einen weitern Weg vor sich.

Dienstag, 27. September 2016

Endlich ...

Endlich bin ich nun handwerkstechnisch mit meinem Wasserschaden durch.
Heute Nachmittag war noch der Klempner da. Und weil er so nett war, hat er mir gleich auch noch den Toilettendeckel wieder festgeschraubt. Das gelang mir nämlich nicht so richtig. Ich hatte wohl nicht genug Kraft dazu.
Einiges steht schon wieder an Ort und Stelle. Ob ich alle Bilder wieder aufhänge, weiß ich noch nicht. Da lasse ich mir mal lieber Zeit.
Nun muss nur noch mein Auto wieder in Schuss gebracht werden. Noch fahre ich nicht auf Reserve. Aber bald. Die Werkstatt braucht mein Auto dann zwei bis drei Tage. Ich glaube, ich lasse gleich die Winterreifen mit drauf machen, auch wenn wir noch sommerliche Temperaturen haben. Das kann sich ja im Sauerland gaaaaanz schnell ändern.

Der Garten ist auch vernachlässigt worden und nimmt das übel. Und ich habe das Gefühl, ich brauchte mal gaaaaanz viel Ruhe. Aber das wird wohl nichts. Na dann roste ich auch nicht.
Unseren Abazis, unserer ausgewiesenen Familie, versuchen wir auf viele Weise zu helfen. Es ist schön zu erleben, wie sich viele aus der Gemeinde engagieren. Und schon bald werden sie auch Besuch von uns bekommen. Sie sollen merken, dass sie nicht alleine sind. Wir setzen alle Hebel in Bewegung, sie wieder nach Deutschland zu holen. Wenn Gott will, gelingt das auch. Sonst zeigt er uns andere Wege auf, die Lieben zu stützen und zu unterstützen.

Mittwoch, 14. September 2016

Erschütterndes

Eine unserer Flüchtlingsfamilien ist heute Morgen um 06:30 Uhr von der Polizei zur Abschiebung abgeholt worden. Vater, Mutter und zwei kleine Töchter.
Seit fast einem Jahr wohnen sie bei uns, sind Mitarbeiter unserer Gemeinde geworden. Gestern hat die Mutter einen genehmigten Arbeitsvertrag unterschrieben. Sie, die Lehrerin ist, hatte eine halbe Stelle bei der Nachmittagsbetreuung bekommen. Sonja hatte in der Deutschprüfung die höchste Punktzahl erreicht.
Ihre ältere Tochter galt als behindert. Hier bei uns stelle sich heraus, dass sie schwerhörig ist und weniger behindert als angenommen. Trotzdem ist sie jetzt nach unseren Ferien in eine besondere Schule gekommen und schon nach einer Woche total aufgeblüht. Ihre kleine Schwester ist letzte Woche eingeschult worden.
Sonja half mit in unseren Deutschkursen für unsere Freunde aus den Nationen.
Alles schien gut zu laufen. Wir wussten, dass der Asylantrag abgelehnt worden war. Eine Petition schien Erfolg zu haben.
Immer wieder hatte die Familie gesagt, wenn sie ausreisen müssten, würden sie freiwillig gehen. Das war den Behörden bekannt.
Trotzdem diese klamm heimliche Aktion.
Sie durften mit niemandem reden.
Einer Iranerin, die im gleichen Haus wohnt und "zufällig" die Aktion, die sehr schnell über die Bühne ging,  konnte Sonja noch zurufen, dass sie telefonieren soll.
Die hat schnell geschaltet und angerufen, bei allen möglichen Stellen.
Es gab keinen Kontakt zu den Lieben.
Meine Schwester konnte irgendwann im Laufe des Vormittages mit Sonja über Handy sprechen, ganz kurz. Und sie hat mit der Bundespolizei und allen möglichen Stellen telefoniert. Nichts hat geholfen.
Unsere letzte Information war, dass sie alle vier in den Flieger nach Tirana/Albanien gesetzt würden. Das scheint so passiert zu sein.
Die Familie hatte Albanien verlassen, ist geflüchtet, weil es in Albanien keine Schule für die älteste Tochter gibt, auch keine Behandlungsmöglichkeit, auch keine Therapie. Sonja hat ihre Stelle dort verloren, weil sie eine "behinderte" (fast gehörlose) Tochter hat. Es ist unglaublich.
Und es war ein Schock für unsere anderen Freunde aus den Nationen, die bei uns leben und mit uns leben, denn alle hingen sehr an der Familie.
Gott hat andere Wege zu helfen. Wir beten und warten auf ein Wunder, wie Gott diese Situation löst, gerade auch für die kleine Ester. (Sie schreibt sich wirklich so.)

Da werden alle Kümmernisse und Beschwerden um die Beseitigung eines Wasserschadens ganz klein.

Mittwoch, 23. März 2016

Zeitungsartikel über unsere Freizeit

Der Zeitungsartikel in den Lüdenscheider Nachrichten über unsere Freizeit trifft wirklich gut die Situation und beschreibt die Atmosphäre. Darum möchte ich den niemandem vorenthalten.


http://www.come-on.de/luedenscheid/gemeindefreizeit-oberrahmede-unter-motto-schreibst-geschichte-6245502.html


Viel Freude beim Lesen.

Freitag, 18. März 2016

Gemeinde- und Hundefreuden

Wir werden ab heute bis Sonntag wieder mit unserer Gemeinde in Haus Nordhelle sein.
Liebe Iris Weiß, dort gibt es seit der Renovierung auch eine Kapelle!!!!
Mit über 200 Teilnehmern sind wir dort. Ein großer Teil der von uns betreuten Schutzsuchenden wollte gerne mit und wird mit dabei sein. 60 Personen aus dem Umkreis der Obdachlosenarbeit kommen auch, wie jedes Jahr, wieder mit.40 Flüchtlinge aus 6 Nationen waren auch dabei. Einige von ihnen kommen ja regelmäßig in unsere Gemeinde. Sie gehören zu uns. Und dann wir anderen (samt Jugend) und unsere Mitarbeiter. Eine spannende Mischung und auch eine Herausforderung. Da braucht es viel Gebet für uns mit uns und von uns allen. Drei Dolmetscher übersetzen bei den gemeinsamen Veranstaltungen simultan ins Englische, ins Arabische und ins Farsi.
Ich bin wieder Heimschläfer, da ich mich um den Gemeindehund (meinen Pflegehund) kümmern muss und will. Er schläft bei mir.
Morgens geht es sehr früh aus den Federn, damit ich Silas noch vor dem frühen Frühstück eine Stunde gut austoben kann. Denn zum Frühstück will ich in der Nordhelle dabei sein. Gerade bei den Mahlzeiten und danach ergeben sich so gute Gespräche.
Mein "Waldarbeiter" liegt dann solange im Kofferraum der Gemeindepastorin. Da liegt er oft, das ist sein zweites Lager.
Zwischendurch wird er immer wieder von mir bewegt, wir machen Gänge. Hoffentlich spielt das Wetter mit.
Abends fahren wir dann zu mir, machen es uns noch ein wenig gemütlich und schlafen eben daheim. Meine Wohnung ist ja auch die zweite Heimat von Silas.


Ich hoffe, ich halte das Ganze kräftemäßig durch. Mit Gottes Hilfe und mit etwas Verstand von mir, müsste es gehen.


 

Freitag, 26. Februar 2016

Rückblick

Lange habe ich hier nichts geschrieben. Wahrscheinlich guckt schon gar keiner mehr in dieses Blog.
Es gäbe vieles zu berichten, es war viel los.
Doch manchmal fehlte die Zeit und manchmal die Kraft und Gelassenheit, hier etwas einzustellen.
So fasse ich einfach mal einiges kurz zusammen:


Kurz vor meinem 75. Geburtstag im Dezember kündigte sich eine Bronchitis an. Da aber alle meine Lieben ausnahmsweise mal von Nah und Fern kommen wollten, ich sie auch gerne bei mir haben wollte, habe ich diese Bronchitis erfolgreich unterdrückt. Darin bin ich ein Meister.
Von morgens bis abends ging es bei mir zu wie im Taubenschlag. Nichten, Neffen, Großnichte und liebe Freunde, alles war da. Es war für mich wunderschön.
Und schon stand Weihnachten vor der Tür. Und wo wurde als Familie gefeiert: Bei Nenne!
Auch volles Haus mit Kind und Kegel und zwei großen Labradoren.
Und immer noch wurde die Bronchitis ignoriert und unterdrückt.


Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es das große Patentreffen bei meiner Schwester. Sie lädt dann alle Paten ihrer Kinder samt Familien ein. Und meine Nichten und Neffen samt Kleinkind waren ja noch von Weihnachten da, alle anderen kamen samt Familien. Der Nachmittag und Abend war wieder wunderschön.
Auch Schönes strengt ja an. Ab dem 30. Dezember musste ich die Reißleine ziehen und mich für 14 Tage aus dem Verkehr.


Die Arbeit am PC für meine Schwester lief trotzdem weiter. Die Allianzgebetswoche war ja dran. Zwar ohne mich, aber irgendwie doch mit mir.

Dann kam der 96. Geburtstag meiner geliebten Patentante, den wir im Altenheim feierten. Sie war putzmunter, geistig fit und mit Rollstuhl sehr wendig.

Meine Schwester feierte dann ihren Geburtstag vormittags bei mir, da ihre Kinder nur kommen wollten, wenn sie auch ein wenig Zeit für die Lieben hätte. Das geht im Pfarrhaus und im Kirchenhaus nicht, da geht es an dem Tag heftig zur Sache. Also gab es vormittags bei Nenne ein riesiges Geburtstagsfrühstück. Nachmittags feierte die Gemeinde und Abends hatten die Lieben vom Obdachlosenbistro dort ein tolles Büfett erstellt. Ganz viele unserer ehemals Obdachlosen, die inzwischen in Wohnungen sind, brachten etwas mit. Hinterher stürzten sie sich drauf und futterten alles auf. Es war toll, das zu erleben. Einer der ehemals Obdachlosen, aber immer noch gefährdeten, hielt eine kleine Rede. Und es war im Bistro wie immer proppenvoll.


Drei Tage darauf ging es nach Mainz zum Geburtstag der Nichte. Meine Schwester hat sich "geschworen" ihre drei Kinder jeweils zum Geburtstag zu besuchen. Mehr schafft sie nicht, aber das hat sie bisher eingehalten, seit die Lieben aus dem Haus sind (Mainz, Heidelberg, Trier).


Dann durfte ich für ein paar Tage in Mainz Klein-Ida hüten. Mama hatte Gemeindefreizeit und Papa Klinik-Praktika, hatte von sieben bis sieben Dienst "auf Station".


Ich habe es genossen, ich glaube, die Kleine auch.


In der Gemeinde ist immer viel in Bewegung. Dadurch, dass Lüdenscheid drei Auffanglager hat, davon eines in unserer Gemeinde, und inzwischen auch durch die vielen Zuweisungen zusätzliche Container, Massenquartiere und Wohnraum beschafft hat und beschafft, sind wir mittendrin in aller Flüchtlingsarbeit.
Sie kommen in unsere Gottesdienste, nehmen an allen Gemeindeveranstaltungen teil und ein ganzer Stamm an Ehrenamtlichen aus unserer Gemeinde leistet an vielen Stellen manchen Dienst (Sprachkurse, Paten für Familien, Kleiderkammer usw.). Wir erleben viel Elend, viel Bereicherung, auch Ärger, das ganze Programm. Es bleibt spannend. Aber Gott hat uns diese Menschen vor die Füße gestellt, sie sind da und brauchen unsere Hilfe und Zuwendung.


Es gäbe so vieles noch zu erzählen, an Schönem, an Schwerem. Es treibt immer wieder ins Gebet.
Und Gott schenkt immer wieder neue Kraftzulagen, das spüre ich tagtäglich.





Sonntag, 4. Oktober 2015

Mit Gottes Segen

Die kirchliche Trauung und die große Hochzeitsfeier des Neffen und seiner Braut/Frau fand in der Heimatstadt der beiden Brautleute statt. Die Mutter traute, der Patenonkel hielt die Predigt. Die beiden gehen ihren gemeinsamen Weg mit Gott.

Mit Gottes Segen!

Die Geschwisterpaare

Die Schwägerinnen

Die Geschwister

Nach der Trauung wurden auch hier bei der Feier die HighHeels ausgezogen. Der Bräutigam hatte schon die ganze Zeit "Trunschuhe" an.



Freitag, 2. Oktober 2015

Zu Befehl

Meine Lieben und auch einige aus der Gemeinde wissen, dass ich abends um 20:00 Uhr den Rechner herunterfahre und für diesen Tag auch nicht mehr herauffahre.
Und weil sie das wissen, schreibt doch gerade unser Kirchmeister und Presbyter per sms: Magdalene, lass den Rechner an, ich schicke Dir gleich noch wichtige Sachen.


Ob ich die dann noch bearbeiten muss oder ob ich die nur ausdrucken und meiner Schwester faxen muss?????? Wir werden sehen.


Ich werde gehorchen!

Freitag, 31. Juli 2015

Bewegend

Er ist heimgegangen. Ja wiklich selbst gegangen.
Manfred, 71 Jahre alt und seit über 10 Jahren betreut vom OFK. Er war immer da, jeden Montag im Bistro, jeden Sonntag im Gottesdienst. Das Laufen fiel ihm schwer in der letzten Zeit, er musste am Stock gehen.
Manfred hatte eine wunderbare Stimme. Er hatte in seiner Jugend die Aufnahmeprüfung zur Musikakademie bestanden. Und dann ging nichts mehr. Irgendwie ist er von da an aus der Spur gelaufen, wurde mit seinem Leben nicht mehr fertig, wurde depressiv, hatte seine Schübe.
Er lebte in der Wohnung seiner verstorbenen Mutter. Doch jetzt hätte vielleicht ein Umzug in ein Altenheim angestanden, vielleicht.
Und eigentlich war er gut drauf. Seine Familie war der OFK. Sein Betreuer fand, dass es ihm besser gehe, als vor ein paar Wochen. Das sagten alle.
Und doch hat er seinem Leben ein Ende gesetzt.

Gestern wurde er beerdigt. Eine Sozialbestattung, wie uns der Bestatter sagte, der darum keinen Organisten bestellt hatte. Er wurde in unserer Kirche beerdigt, in der er Sonntag für Sonntag gewesen war. Meine Schwester hielt die Trauerfeier. Und es saßen 56 Trauernde in der Kirche. Das hätte der Bestatter wohl auch nicht gedacht. Zum Glück (geschenkt von Gott), saß unter den Trauergästen auch unsere Organistenvertretung, eine Mutter, die in einer Woche ihr drittes Kind zur Welt bringen soll. Die setzte sich an Orgel und Flügel und begleitete unseren Gesang.
Und unsere Obdis (so nennen wir sie liebevoll, das Klientel um den Obdachlosenfreundeskreis herum) sangen kräftig mit. Manfred zu Ehren.
Unsere Mitarbeiter hatten die Urne liebevoll aufgebahrt und auch ein Bild von Manfred aufgestellt.
Meine Schwester predigt über die SMS-von-Gott am Sterbetag: "Was kann uns von Gottes Liebe trennen? Nichts. Absolut nichts. (siehe Römer 8,35).
Viele gingen mit zur Beerdigung auf dem Friedhof.
Einige setzten sich schon ins Kirchenhaus um einen Kaffee zu trinken, eine Suppe zu essen, ein Stück Kuchen zu essen. Nach der Beerdigung saßen wir noch lange beisammen, sprachen über Manfred, versuchten auch aufzufangen, was an Fragen da war.
Wir hoffen und erbitten, dass Manfreds Schritt keine Sogwirkung zeigt.



(Ich glaube, der Bestatter hat noch nie so eine "Sozialbestattung" erlebt.)

Dienstag, 21. Juli 2015

Ich wäre gerne wieder dort ...

Seit gut einer Woche bin ich wieder daheim von einer wunderbaren Freizeit auf Korsika.
In einer christlichen Ferienanlage in Pinéa in Calvi hatten wir eine Woche lang Dienst und eine Woche frei. Aber die Gespräche über Glauben und Nöte gingen trotzdem weiter. Und das ist auch gut so.
Den größten Anteil an "Dienst" hatte meine Schwester. Ist ja klar.
Ich merke, ich wäre gerne etwas länger geblieben.
Ich wäre gerne wieder da.
Doch es ist gut, wenn schöne Zeiten auch ein Ende haben. Die Vorfreude auf nächstes Jahr wächst.
Dann sind wir, so Gott will und wir leben, wieder dort.


Donnerstag, 18. Juni 2015

Das war ein Fehler

Ich hatte einige recht dicke Briefe mit Unterlagen für Gemeindeglieder herum zu bringen. Das Porto war mir zu teuer.
An einem Haus voller Briefkastenschlitze konnte ich schlecht parken, war ein kleines Verkehrshindernis. Also schnell den richtigen Schlitz gefunden, die Zeitung die draus lugte, etwas angehoben und den Brief in den Kasten befördert.
Der Adressatin schrieb ich eine PN auf Facebook, dass der Brief im Kasten wäre.
Diese bewegte sich erst am nächsten Tag zum Briefkasten, musste einige Treppen hinunter, das fällt ihr schwer. Der Briefkasten war leer, vermeldete sie mir.
Ich erklärte ihr sehr deutlich, dass ich den Brief in den Schlitz mit der Zeitung geworfen hätte. Meinte ja auch ihren Namen darauf gelesen zu haben. Und ich schrieb auch, dass ihre vollständige Adresse (Name und Anschrift) auf dem Brief gestanden hätte.
Sie bekäme gar keine Zeitung, schrieb sie mir zurück.
Nun denn, der Brief war futsch.
Ich habe alles neu ausgedruckt (konnte ich zum Glück) und einen neuen Briefumschlag beschriftet. Bringe ihr den Brief am Sonntag mit in den Gottesdienst.
Heute schrieb sie in einer PN zurück, sie habe ihren Nachbarn, der die Zeitung bekommt gefragt. Der hatte den Brief tatsächlich im Kasten. Und da der ihn nichts anging, hatte er den gleich entsorgt!


Ich habe einen Fehler gemacht.
Trotzdem bleibt mir die Spuke weg ob des Verhaltens des Nachbarn.

Sonntag, 5. April 2015

Osterfrühstück in der Gemeinde

Vor dem Ostergottesdienst gibt es in unserer Gemeinde ein gemeinsames Osterfrühstück. Alle sind herzlich eingeladen. Der OFK-Bulli fährt die bekannten "Haltestellen" der Stadt an, so das auch unsere Obdis schon mit dabei sein können.
Zu Beginn des Frühstücks denken wir immer, dass es nicht voll wird. Doch im Laufe der eineinhalb Stunden bis zum Beginn des Gottesdienstes ist dann plötzlich der Raum überfüllt.
Es ist immer eine muntere Gemeinschaft, die dort miteinander ins Gespräch kommt.

Beim Gang in die Kirche bekommt dann jeder Gottesdienstbesucher noch ein Osterei und ein Gott.net-Kärtchen (Osterbotschaft) in die Hand gedrückt.



Die "Fußkranken" (Rollator oder Rollstuhl) werden bis auf die Terrasse gebracht.



Samstag, 4. April 2015

Ostereier färben

Seit Jahren färben wir Karfreitag am Nachmittag mit unseren OFK-lern (Obdachlosenfreundeskreis) Ostereier. 400 werden gebraucht für das Osterfrühstück und den Ostergottesdienst.
Zuerst wurde Siggi gefeiert, der an diesem Tag 80 Jahre alt wurde.
Unsere Leute freuen sich unendlich aufs Färben und sind mit Eifer bei der Sache. Eine junge Frau sagte immer wieder: "Ich bin ganz aufgeregt vor Freude." Manche wollen gar nicht aufhören. Viele haben das in ihrem Leben nicht kennengelernt, bei anderen werden Erinnerungen wache. Auch die OFK-Kinder sind dabei, machen mit. Es ist schön, es ist anstrengend. Es lohnt sich immer.


Siggi, unser 80-Jähriger freut sich über seine Feier.


Auch das gab es: Färbeunwillige spielten Karten oder auch draußen Tischtennis.

Mike wohnt inzwischen in Dortmund, doch sein Papa sorgt immer dafür, dass er dabei sein kann. Er ist eines unserer "OFK-Babys".


Montag, 30. März 2015

Wieder eine Hochzeit

Im Herbst standesamtlich getraut, fand nun die kirchliche Trauung und eigentliche Hochzeit am vergangenen Samstag statt. Neffe Nr. 2 wurde mit seiner Verlobten vermählt.
Die Predigt hielt der Bruder, der gerade sein erstes theologisches Examen hinter sich gebracht hatte.
Den Trauakt vollzog die Mutter.
Die Patentante sprach das Fürbittengebet.
Musik machten die Geschwister.
Es war ein wunderbarer Tag mit vielen Gästen, die alle zur Familie gehören (auch Freunde gehören zur Familie).








Donnerstag, 12. März 2015

In Massen

Am vergangenen Wochenende fand unsere jährliche Gemeindefreizeit statt. Wir kommen immer in Massen und belegen das ganze Haus Nordhelle.
Dieses Jahr war es besonders spannend, denn das Haus ist renoviert worden. Die Zimmer sind komfortabler geworden. Es gibt auch eine kleine Kapelle, in die man sich zur Stille zurückziehen kann. Und es gibt auch ein Zimmer für Hundebesitzer. Aber das wussten wir nicht.


Unsere Gemeinde rückte mit 169 Gemeindegliedern an. Über Tag kam dann noch der eine oder andere Tagesgast dazu. Eine bunt gemischte Truppe aus Kindern, Jugendlichen, Klienten des Obdachlosenfreundeskreises, Mittelalter und Alter.


Thema:
Miteinander
- tragen und ertragen
- achten und schätzen
- entdecken und lieben


In Andacht, Gebet, Übungen, Spielen und sonstigen Aktivitäten konnten wir das alles erfahren.
Es war eine gesegnete Zeit. Mal sehen, wie sich diese Freizeit in unserem Gemeindeleben auswirkt.


Ich selbst war "Heimschläfer". Es mangelte an Einzelzimmern. Und außerdem musste Silas, der Hund meiner Schwester, versorgt werden. Also schlief er in meiner Wohnung. Morgens vor dem Frühstück auf der Nordhelle pilgerte ich schon eine Stunde mit ihm dort durch den Wald. Anschließend kam er in den ihm vertrauten Kofferraum meiner Schwester. Und immer wieder zwischendurch habe ich ihn durch die Gegend gejagt, damit er genug Auslauf hatte.
Und Gott sorgte. Ich bekam Hilfe von unserem Kirchmeister, der den Hund versorgt wenn meine Schwester und ich nicht da sind, und einem ehemaligen OFK-ler, der Silas als kleinen Rüden mit erzogen hat, weil er damals viel im Pfarrhaus und in der Kirche war. So hatte ich mehr Freiraum und die beiden Männer "beglückte" ich auch.
Dennoch war ich zwischendurch immer wieder müde und schlief wahrhaftig am Sonntag während des Gottesdienstes bei der Predigt ein. Die war wahrlich nicht langweilig, aber mich hat er übermannt, der Schlaf.
Hier der Beweis:

Ein netter Zeitgenosse hat mich heimlich fotografiert.

Morgenstimmung an der Nordhelle

 Es ist und bleibt ein Wunder, dass so viele unterschiedliche Menschen alles Altersgruppen Gemeinschaft miteinander haben, sich unterhalten, sich kennenlernen und voneinander lernen.




Freitag, 19. Dezember 2014

Licht und Schatten

14 Beerdigungen hatte meine Schwester seit Anfang Dezember.

Der Sarg oder auch die Urne werden in der Kirche vor dem Altar zur Trauerfeier aufgestellt. Und da steht nun seit einigen Tagen auch schon der Weihnachtsbaum. Natürlich sind die Lichter nicht entzündet. Das waren sie nur für mein Foto.
Angesichts von Weihnachtsbaum, Adventsstern und Krippe (noch ohne Kind) eine Trauerfeier zur Beerdigung zu erleben, das empfinde ich schon als etwas Besonderes. Und es gehört zusammen, Krippe und Kreuz, Freude und Trauer.



Donnerstag, 11. Dezember 2014

Paradies

Jenny (Name geändert) ist Philippinin und schon seit Jahren in unserer Gemeinde. Verheiratet ist sie mit einem Deutschen, der sie vor einigen Monaten wegen einer anderen verlassen hat. Sie hat zwei fast erwachsene Kinder.
Wir sind schon lange mit ihr befreundet, kennen sie von ihrem Engagement für misshandelte Kinder auf den Philippinen. so manche Veranstaltung darüber und auch der Austausch mit einem philippinischen Chor sind durch sie zustande gegkommen.
Seit sie auf sich alleine gestellt ist, arbeitet sie eng mit unserer Küsterin zusammen.
Nun hat sie sich in unserer Kirche ein "Paradies" geschaffen. Gezeigt hat sie uns das am Ende des Weihnachtsmarktes. Da durften wir ihr Paradies betreten.
Sie hat sich die Glockenstube auserkoren. Seit die Glocken elektrisch betrieben werden, wird ja das Leutwerk mit seinen Zahnrädern nicht mehr gebraucht.
So hat sich Jenny daran gemacht alles zu säubern und auch die Stiege direkt zu den Glocken von Spinnweben zu befreien.
Und dann hat sie alles geschmückt, so wie es für sie richtig ist. Und immer wieder zieht sie sich in "ihr Paradies" zurück.




Stiege direkt zu den Glocken. Neben der Stiege rechts ist Jennys Paradies.



Diese Muschel hat ihr ihre Muter 1976 geschenkt.

Erinnerungen



Mittwoch, 10. Dezember 2014

Banausen

Da hat unsere Küsterin (halb im Ehrenamt) unsere Kirche und den Eingang wunderschön geschmückt.
Und was macht da ein Banause? Er legt einen Kleiderbügel mitten in die Dekoration, obwohl die Garderobe direkt daneben steht.
Hier der Beweis:


Weihnachtsmarkt

Unser 14. Weihnachtsmarkt um die Kirche, inzwischen Oberrahmeder Weihnachtsmarkt genannt, liegt nun schon wieder hinter uns.
Es ist unglaublih, was die unterschiedlichen Kreise da auf die Beine gestellt haben.
Es gab ein wunderbares Rahmenrprogramm mit musikalischen Beiträgen in der Kirche. Immer wieder konnte man dort die Stille genießen oder Musik hören, mitsingen oder Texte anhören.
Für Gaumenschmaus war reichlich gesorgt.
In der Kreativ-Etage konnten, mit Anleitung, noch tolle Weihnachtsgeschenke erstellt werden.
Die Kinderbetreuung klappte.
Im Kreativzelt gab es tolle Sachen, die im Laufe des Jahres entstanden waren. Das Zelt mit den Köstlichkeiten auf der Küche bot reichlich an. Alles schön verpackt und geschmückt, fast zu schade zum Anbrechen.
Tolle selbstgemachte Karten bot Kölnart zusammen mit dem Büchertisch. Die Jugend bot Popcorn und alkoholfreien Glühwein an.
Ich kann nicht alles aufzählen. Ein paar Eindrück folgen hier.

Der Bürgermeister eröffnet den Weihnachtsmarkt. Die Pfarrerin sieht etwas seltsam aus.



Bläser vom Gymnasium gestalten ein Konzert in der Kirche.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Betroffen

Betroffen macht mich, als ich gestern die Zeitung aufschlage und ein Foto von der Goldenen Konfirmation der Nachbargemeinde sehe. Dort strahlt mir auf dem Foto der Pastor entgegen.
Und am Abend dieses Sonntags kriegt er einen schweren Herzinfarkt und liegt weiter im Koma.
Er versorgte ja zwei Gemeinden, eben die Nachbargemeinde und unseren zweiten Pfarrbezirk.

Ich merke, es trifft mich noch einmal sehr ihn so fröhlich dort zu sehen.
Wir werden mit Gebets-SMS über seinen Zustand unterrichtet und beten für ihn und seine Frau.