Samstag, 31. Oktober 2009

Süßes oder Saures ...

... gibt es bei mir nicht. Bei mir ist Reformationsfest. Im Augenblick schellen sie wieder an der Tür. Im vorigen Jahr gab es von mir Lutherbonbons.
Ich habe ihnen gesagt, sie sollen zu Sankt Martin wiederkommen, dann kriegen sie gerne etwas.
Dass diese älteren Jugendlichen zu Sankt Martin allerdings auch längs die Häuser ziehen, das glaube ich eher weniger.

Trouble

Es schellt. Der neue Besitzer der Wohnung über mir steht vor der Tür. Am Nachmittag hatte er versucht seine SAT-Schüssel anzubringen. Das hatte ich gesehen. Fehlanzeige. Ein anderer Besitzer stört sich daran. Da darf sie nicht hängen bleiben. Nun fragt der Grieche, ob es mich stört, wenn er sie an seinem Balkon anbringt. Das ist oberhalb meines Schlafzimmers und ich kann sie, wenn ich in meinem Garten den Kopf in den Nacken lege, sehen. Gewiss, schön ist das Teil nicht. Doch die Lieben wollen ja ihre Heimatsender sehen und auch Geld sparen. Tja, und außerdem will ich mit allen meinen Nachbarn in Frieden leben. Man kann sich schließlich einigen. Und dann stellt sich heraus, dass er auch mit einer sehr hohen Leiter in meinen Garten muss, um in die Betonwand seines Balkons zu bohren. Auch gut. Vielleicht bin ich ja mal auf sein Entgegenkommen angewiesen.
Unsere Hausgemeinschaft entwickelt sich allmählich zu einer sehr komplizierten und konfliktreichen Gemeinschaft. Schade. Wie gut nur, dass jeder seinen eigenen Eingang hat.

Eigentlich ...

... hatte ich nur mit zwei Frühstückern gerechnet. Es kamen sieben. "Fünf sind geladen, zehn sind gekommen. Gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen." So hieß es bei uns im Elternhaus oft. Es war heute ein fröhliches Kommen und Gehen. Wasser brauchte ich nur für zusätzlichen Kaffee. Eng war's, denn ich hatte ja den Tisch nicht ausgezogen. (Wir lieben Enge!)
Und danach machten sich die Neffen ans Schuften an der Gartenmauer. Nächsten Samstag geht es weiter, denn sie haben nicht alles geschafft. Es ist schwerer als gedacht. Ich hatte es befürchtet. Aber: "Nenne, wir machen das schon!"
Und bisher für mich kein weiterer Notfalleinsatz. Ich bin dankbar.

Freitag, 30. Oktober 2009

Alarm

Der Pieper geht. Ich schieße hoch, wie von der Tarantel gestochen.
Freitag um 18.00 Uhr ist Probealarm für alle im Rettungswesen Beschäftigten des Märkischen Kreises. Ich weiß es, habe fünf Minuten vorher noch dran gedacht.
Und trotzdem: Ich schieße hoch!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Gott ist unglaublich!

2. Einsatz gestern Abend.
Schon viel Verwandtschaft und Freundschaft im Haus, laut weinende Menschen.
Und dann ist da nicht der Notarzt, der war auch da, sondern die Notvertretung der Hausärzte. Ein Arzt, der nicht nur die Mutter, sondern auch den Vater in den Arm nimmt. Der die gleiche Sprache spricht, der deutsch und anders mit ihnen redet. Der ihnen erzählt, dass Gott ihren Sohn geholt hat. Sie nehmen es von ihm an. Und er hat Zeit, nimmt sich Zeit. Ihm öffnen sie sich. Er ist viel mehr Seelsorger, als ich es je dort sein könnte.
Gott schickte einen Engel!
Ich habe ihm beim Abschied gesagt, dass er ein Geschenk Gottes für die Eltern war.
Und auch für mich.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Einsatz

Gestern ein Einsatz. Ein grausamer Unfall. Mit zwei Toten. Er ging durch die Medien.
Wie schlimm, wenn Menschen bei einer schrecklichen Todesnachricht auf sich selbst zurück geworfen werden, wenn ihre verzweifelten Schreie scheinbar ins Nichts gehen, weil sie keinen Glauben haben, keinen Herrn und Heiland der sie auffängt. Das ist für sie zum Verrücktwerden.
Daneben stehen, in den Arm nehmen, aushalten und innerlich zum Herrn flehen: Herr erbarme Dich.

Montag, 26. Oktober 2009

Übergabe

Um 8.00 Uhr steht er vor meiner Tür, mein Vorgänger in der Notfallseelsorge. Er ist Motorradpfarrer. Wir kennen uns schon seit Ewigkeiten. Er hatte keinen Einsatz.
Den Pieper hat er aufgeladen und auf Winterzeit umgestellt. Das Notfallhandy wollte er aufladen, aber das Ladegerät fehlte. Er hat es nicht gefunden. Also ist das Handy mal erst tot.
Als er weg ist durchforste ich den Inhalt des Rucksackes. Erst einmal, um das Ladegerät zu finden und dann auch, damit ich wieder genau weiß, was an welcher Stelle ist. Denn wenn es im Ernstfall schnell gehen muss, will ich nicht erst suchen.
Um 8.35 Uhr habe ich ein Ersatzladegerät für das Notfallhandy in meinem Briefkasten. Bin gespannt, wer das Original verbaselt hat oder wo es auftaucht.
Technisch bin ich nun ausgerüstet. Alles andere lege ich Gott hin.
SMS von Gott heute Morgen: "Gott spricht: Ich bin bei dir und behüte dich, wo du auch hingehst. Und ich bringe dich wieder heil zurück. Das verspreche ich dir." 1. Mose 28,15
Welch eine Zusage! Danke Herr!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Rund um die Uhr

Morgen früh beginnt für mich mal wieder eine Woche in der Notfallseelsorge und ich muss rund um die Uhr erreichbar sein.

Gebetsmail

Wie gut, dass wir die moderne Technik haben. Hier wird sie zum Segen.
Gestern Abend kam der Anruf. "Du schickst doch immer Gebetsmails für P. Kannst Du noch eine für uns schicken?"
Zwei Fahrradfahrer sind vom Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt worden. Der eine, 25 Jahre alt, der Sohn einer Frau aus unserer Gemeinde. Sie kriegt auch immer die Gebetsmails. Nun braucht sie selbst Gebetsunterstützung für sich und ihren im Koma liegenden Sohn.
Die Mail ging gestern noch raus. Und heute Morgen haben wir im Gottesdienst beim Fürbittengebet besonders an die Lieben gedacht und für sie gebetet. Herr erbarme Dich!

Samstag, 24. Oktober 2009

Bekloppt

"Nenne, wir machen das schon", damit verabschieden sich die beiden Neffen heute Mittag. Familie ist teilweise noch im Urlaub. Die beiden Neffen wünschten sich statt Frühstück einen Brunch. Auch gut. Hauptsache sie kommen.
Und nächsten Samstag kommen sie mit demVorschlaghammer. Nicht um ihre Tante zu bekloppen, sondern die umgestürzten Betonplatten in transportgerechte Stücke zu verwandeln, zum Fuhrpark zu fahren und anschließen die Lücke mit Holzpfählen zu schließen. Auch wenn sie die vielleicht öfter im Jahr erneuern müssen.
"Nenne, wir machen das schon." Was habe ich doch für Schätze. Und mir ist eine Betonplatte vom Herzen gefallen.

Mehr davon!

Gestern trafen wir uns mal wieder zu dritt, nach 8 Monaten "Abstinenz". Eigentlich wollten wir uns öfter treffen. Immer reihum, damit jeder mal weiter fahren muss. Der Austausch war intensiv. So ganz nebenbei erzählt meine Freundin und Ärztin, dass sie ihr kleineres Behandlungszimmer in der Praxis zu einem Gebetsraum umfunktioniert (eingerichtet) hat und dort mit ihren Patienten betet. Toll! Gäbe es doch mehr solcher Ärzte. Vielleicht gibt es sie ja.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Relationen

Gerade habe ich wieder eine Mail an die Beter aus unserer Gemeinde auf den Weg gebracht. Sie tragen unseren 16-jährigen Krebskranken und seine Eltern in der Fürbitte und mit ganz konkreten Gebetsanliegen. Der junge Kerl und seine Eltern machen so viel durch, erleben auch so viele Gebetserhörungen und Unterstützung.
Was ist dagegen ein zerschmettertes Betonmädchen.
Ich bete, dass Gott P. die Mutlosigkeit vor der nächsten Chemo nimmt und ihn stärkt bei seinen Gehübungen mit dem neuen Knie und für Heilung der Wunden.
Wann immer es geht kommt der Kerl in die Jugend der Gemeinde und in den Konfi-Unterricht. Er ist Konfi-Helfer und nimmt das sehr erst.
Gott kann! Er hilft über Bitten und Verstehen. Er weiß den Weg.

Unglaublich ...

wie unser Gott sich auch um "Banalitäten" kümmert. Die SMS von Gott heute Morgen auf meinem Handy lautete: "Egal, was um dich herum passiert. Der Herr ist da. Er erhält dich am Leben." (Ps. 138,7)
Und auch die Losung des heutigen Tages macht Mut. Und Andy hat mir den biblischen Schutz auch in Erinnerung gerufen. Es ist unglaublich, dass Gott in solche, eigentlich banalen Situationen hinein spricht.
Mein Mädchen mit den dicken blonden Zöpfen und dem roten Rock liegt nun am Fuhrpark im Container für den Bauschutt. Beton gehört da hin! Den Rumpf habe ich mit Mühe heute Morgen in meinen Kofferraum gehievt. Beine, Kopf und Zöpfe waren leichter. Am Fuhrpark habe ich einen dortigen Mitarbeiter um Hilfe gebeten. Die restlichen Scherben sind zusammengefegt. Das Geländer werde ich nachstreichen. Und ein paar Jahre habe ich mich an meinem Mädchen erfreut. Das ist doch schon Grund zum Danken.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Wo lebe ich nur?

Da hat doch gerade jemand die lebensgroße Kinderfigur aus Beton, die auf meinem kleinen Balkon sitzt, stiebitzt und in unserer Einfahrt zerdeppert. Die Figur ist sehr schwer, ich kann sie nicht alleine bewegen. Am neu gestrichenen Geländer ist die Farbe abgeschrabbt. Mein Nachbar hat das Malheur entdeckt. Er konnte nicht in seinen Einstellplatz fahren. Am Nachmittag war noch alles ok. Da habe ich die Einfahrt gefegt. Ob jemand das Mädchen klauen wollte und sie ihm aus den Armen gerutscht ist? Ich bin wütend und auch traurig. Der umgekehrte Topf auf dem sie saß steht noch. Morgen hieve ich die traurigen Reste ins Auto und fahre mal wieder zum Fuhrpark, wo ich sie entsorge. Dort habe ich heute schon meinen Gartenabfall entsorgt.
Wer wollte was auf meinem kleinen Balkon? Oder war es nur einer dummer Jungenstreich?

Dienstag, 20. Oktober 2009

Halleluja!

Drainage fertig. Super. Habe den Neffen abgeknutscht. Entlohnt natürlich auch! Er hat noch die Bäume beschnitten, toll. Ich konnte derweil schon einiges im Garten winterfest machen.
Die Lücke in der Mauer bleibt noch. Die großen Betonplatten lehnen von innen gegen die anderen Platten, denn wir beide können sie nur etwas schieben. Ich bibbere etwas weniger, hoffe auf Gott und meine Getreuen, dass ihnen etwas einfällt (oder mir).
Da der Wetterbericht Gutes verspricht mache ich morgen weiter. Den nötigen Schwung habe ich (bis jetzt) noch.

Montag, 19. Oktober 2009

Fast fertig...

... sind wir mit der Drainage. 80 kg Kies fehlen noch. Die bringt der Neffe morgen mit. Dann ist die Hauswand im Garten perfekt. Es brauchte mehr Kies, so haben wir heute noch mal 240 kg Kies geholt. Was morgen noch drauf kommt dient der leichten Erhöhung der Oberfläche, falls was nachsackt.
Der Neffe hat geschuftet. Ich auch. Und nun bin ich glücklich.
Schon gleich das nächste Problem. Ich entdecke, dass wohl mal wieder ein Laster beim Wenden eine große Betonplatte meiner Steinmauer umgedrückt (abgebrochen) hat. Sie lehnt umgekippt an der Birke und dem Rhododendron. Ich hatte dies schon einmal mit zwei großen Betonplatten. Die habe ich dann als Gegengewicht gegen die anderen Steinplatten gelehnt, da ich sie, auch mit Hilfe, nicht wegschaffen konnte. Ein lieber Mensch hat mit einem Holzzaun die Lücke verschlossen. Der ist nun auch hin, eingedrückt. Mal sehen wie viele Burschen ich brauche, um die Platten zu bewegen und abzutansportieren. Und dann brauche ich starke Männer, die mir da einfach Holzpfähle nebeneinander einschlagen. Wenn die wieder eingedrückt werden, wird es nicht so teuer. Eine andere Lösung, die auch zu finanzieren ist, weiß ich nicht.
Neffe eins kann nur noch morgen. Neffe zwei kommt morgen aus dem Urlaub zurück und steht mir, wenn nötig, Mittwoch und Donnerstag zur Verfügung, hat er gesagt. Hatte ja nicht damit gerechnet, dass das mit der Drainage so gut klappt. Nun brauche ich ihn als Rat und Hilfe für die Mauerlücke usw.
Als Neffe 1 und ich noch Kies holten, haben wir uns schon mal die Holzpfähle angesehen (Länge, Dicke, Kosten usw.). Tja, der Gute muss nun wieder zum Studium, dafür löst sein Bruder ihn ab.
Und ich bibbere weiter, ob wir das wohl hinkriegen.
Tun wir. Das mit der Drainage haben wir ja auch hin gekriegt. Aber ich bibbere.

Sonntag, 18. Oktober 2009

OFK

Geschafft: Norbert und ich bei einem Gemeindefest im Sommer.
Aus einem Prospekt unseres Kirchenkreises etwas über den OFK:
Obdachlosen Freundeskreis Kirchengemeinde Oberrahmede
Wir verstehen uns als einladende Gemeinde und möchten allen Menschen offen und gastfreundlich begegnen. Sie sollen bei uns dem Evangelium in Wort und Tat und offenen Herzen begegnen, und den Auferstandenen und seine Liebe in der Gemeinschaft kennenlernen.
Das gilt auch und in besonderer Weise Obdachlosen, sozial schwachen Menschen, sowie
Menschen die ohne Heimat sind. Wir haben das Ziel vor Augen, als große Familie in der Gemeinde den Zusammenhalt zu fördern, gegenseitige Wertschätzung zu leben, und das Selbstwertgefühl entwickeln zu helfen. Damit Sie eine Anschauung unserer Arbeit
bekommen, hier die Geschichte von Norbert:
Nach vier Jahren Begleitung durch Gemeindeglieder fand er Anfang 1996 Anschluss in
unserer Gemeinde. Nach 29 Jahren Alkoholabhängigkeit blieb er von da an trocken. Er
kommt in jeden Gottesdienst, übernahm Zug um Zug Verantwortung im Obdachlosen-Bistro
und sorgt heute für den Einkauf der Süßigkeiten für das Kirchencafé. Mit seiner Kontaktfreudigkeit baut er die Gemeinde mit auf und gewinnt neue Menschen als Mitglieder. Er ist eine tragende Säule geworden.
Von anderen können wir Ähnliches und Vergleichbares erzählen.
Wenn sich ihr Herz für solche Visionen erwärmt und Sie gerne eine auch für Randgruppen offene, einladende Gemeinde aufbauen möchten, laden wir Sie ein, uns und unsere Arbeit kennenzulernen.
Gastfreundschaft 
Wertschätzung 
Freunde in der Not sein 
Bistro 
Catering-Service 
Trödelservice 

Zigarettenpause

In unserem Gottesdienst gab es heute noch ein paar freie Sitzplätze. Es sind ja Herbstferien und auch unsere Pastorin ist in Urlaub. Aber unsere OFK-ler (Obdachlose aus dem Obdachlosenfreundeskreis) waren reichlich da. Sie werden von einem Mitarbeiter an den unterschiedlichen Plätzen der Stadt mit dem Bulli abgeholt. Wer zum Gottesdienst kommen will kommt einfach zu einem der Treffpunkte und wird mitgenommen. Die meisten stehen am Bahnhof. Also, sie waren reichlich da. Und sie sind bei uns zu Hause. Am Gottesdienst nehmen sie teil, singen mit, beten mit, halten die ganze lebendige Liturgie hin durch. Nur während der Predigt, da müssen sie ab und zu raus auf die Terrasse. Da halten sie ein Schwätzchen und machen ihr Zigarettenpause, manchmal auch zwei. Danach sind sie dann fast alle wieder in der Kirche. Anschließend sitzen sie mit im Kirchenhaus, mischen sich unters Volk und genießen Kaffee und Plätzchen. Unsere Obdis sind Teil unserer Gemeinde. Ein paar vom alten Stamm sind schon vor dem Gottesdienst gekommen und haben den Kaffee für die Gemeinde gekocht. Einer von ihnen sorgt für den Einkauf von Gebäck, sorgt dafür, dass immer genug Nachschub da ist. Das hat er im Blick, obwohl er auf einem Auge fast blind ist. Nächsten Sonntag will er seine Jacke mitbringen, damit ich ihm einen dicken Kuli-Fleck daraus entferne.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Überfall

Die lokale Presse stellt einige Artikel vom nächsten Tag schon abends vorher ins Internet. Da lese ich gerade, dass die Sparkassenfiliale bei mir heute zum dritten Mal in diesem Jahr überfallen worden ist. Jedes Mal gab es keine Beute. Nach dem 2. Überfall ist die Filiale total umgebaut und sicherer gemacht worden. Die Angestellten sind nun zum 3. Mal mit einer Pistole bedroht worden. Wie werden die damit fertig?
Ach Gisela, was ist nur in unserem Viertel los.

Fit wie ein Turnschuh

So sagt man. Ich hatte heute in der Gemeinde die Frauenhilfe zu halten. Ca. 50 Frauen im Alter von 50 an aufwärts waren zusammengekommen. Eine der Damen war gerade 91! Jahre alt geworden und fit wie ein Turnschuh. Ich habe mich mit ihr über die Gartenarbeit unterhalten. Sie versorgt ihr Haus noch ganz alleine. Unglaublich. Ein gesegnetes Alter.

Wenn die Kraniche ziehen


So heißt der Titel meines Lieblingsfilms, der mich in jungen Jahren sehr beeindruckt hat. Ich habe ihn in Berlin gesehen. Wir fuhren öfter mit der Gemeinde nach Westberlin um von dort über unterschiedliche Grenzübergänge in die Ostberliner Stadtmission zu kommen.

Wenn die Kraniche ziehen ......

Sie ziehen wieder. Zwar noch vereinzelt, aber in den nächsten Tagen fliegen wieder viele Schwärme über meine Stadt hinweg.

Der Winter ist im Anmarsch.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Fehler

Da habe ich doch vorhin das Wort Terrasse nicht richtig geschrieben, habe das zweite r vergessen.
Und was schlägt mir das Rechtschreibprogramm vor: Teerasse!!!!!!!
Nun denn, ich bin gespannt, ob ich die Rasse mal kennenlerne.

Geschafft

200 kg Kies liegen auf der Terrasse. Scheint nicht viel zu sein. Doch ich habe ihn, die Packen waren zu 20 kg abgepackt, erst im Baumarkt auf die Karre gepackt, dann in mein Auto gewuchtet, nach Hause gefahren und dann alle Säcke wieder einzeln durch meine Haustür in die untere Etage und auf die Terrasse geschleppt. Ich kann es noch. Mal sehen, ob ich morgen Muskelkater habe. Aber Hauptsache er liegt schon mal auf Halde, damit wir nächste Woche so eine Art Drainage legen können. Das traue ich mir nicht alleine zu. Mal sehen, ob der Kies reicht.

Montag, 12. Oktober 2009

Abschied

Nun ist er bald da, der Abschied von den Lieben. Sie ziehen weg. Wir hätten uns viel öfter auf "ein Stündchen" treffen sollen. Ich merke schon jetzt, sie werden mir fehlen.
Es bleiben die Begegnungen per Internet. Und besuchen werde ich sie auf jeden Fall. Doch dafür müssen sie erst einmal richtig um- und eingezogen sein.

"Kinder Gottes sind die Säulen,
auf denen diese Welt noch ruht.
Drum müssen sie sich auch verteilen
und stille sein in seiner Hut.
Es freut uns wohl ihr Nahesein.
Ihr Fernsein schmerzt uns nicht.
Es müssen allerorten Säulen sein,
damit die Welt nicht bricht."
(Autor?)

Samstag, 10. Oktober 2009

Header

Habe mich am Header versucht. Mit "Anpassen" dachte ich, das Foto würde nicht so groß gezeigt. Aber egal. Mein Neffe (2. Grades), ein begnadeter Fotograf, auch sonst mit vielen Begabungen beschenkt, hat es geschossen und mir geschickt, nachdem er einige "Erbstücke" bei mir abgestaubt hat. Toll, dass die Teile so geschätzt werden. Ich freue mich.

Gedacht ...

hatte ich, dass alle meine Lieben am Urlaubsort weilten. Ein Anruf belehrte mich eines Besseren. Neffe Nr. 1 stand in der Pampa und bat darum abgeholt zu werden. Er hat gestern sein Hebraicum bestanden. Bei aller Vorbereitung hatte er vergessen, dass der TÜV seines von Oma geerbten Autos abgelaufen war. Tja, da drohten sie dem Guten das Auto still zu legen (wegen Überziehung). Ein Freund der Gemeinde hat eine Werkstatt am Rande der Stadt und macht das Auto wieder für den TÜV klar (Freundschaftspreis). Heute sollte das gute Stück abgeben werden. Und aus der Pampa gibt es kein Entkommen. Also muss die Tante ran, die ja eh keinen zum Frühstück da hat. Und die Tante hat sich gefreut doch noch einen ihrer Lieben zu sehen und zu knuddeln.
Neffe Nr. 1 ist nun samt Freundin mit Auto seiner Mama auf zum Urlaubsort. Auf dass alle endlich wieder beisammen sind und das Haus voll werde.

Freitag, 9. Oktober 2009

Futsch

... sind sie alle, meine Lieben. Sie machen Urlaub auf Ameland. Und sie sind schon alle wohlbehalten dort angekommen, mit Hund, Freundinnen und Freunden. Es wird eng im Feriendomizil.
Und ich frühstücke morgen alleine.

Rauschbrillen

Gestern, beim Symposium im Rathaus:
"WER SUCHT DER FINDET - Wege aus der Abhängigkeit"
Die Verantwortlichen, die Mitarbeiter des Blauen Kreuzes, hatten hervorragend organisiert.
Der Vortag vom Ärztlichen Direktor am Klinikum über neue Forschungsergebnisse und ihre Auswirkungen auf die Behanldung war interessant, hoch wissenschaftlich und lang.
Habe mein Referat gekürzt.
Im Vorprogramm konnten die Jugendlichen auf dem Rathausplatz mit Bobby-Cars und Rauschbrillen einen Parcours fahren oder auch laufen, um zu spüren, wie es einem geht, wenn man alkoholisiert ist. Sie hatten ihren Spaß an der Sache. Ob ihnen "ein Licht" aufgegangen ist? Ob es sie abhält sich mit Alkohol intus ans Steuer zu setzen? Ich wage es zu bezweifeln.
Doch wenn sie (die Brillen) pädagogisch gut eingesetzt werden, und die Erfahrungen mit den Rauschbrillen ausgetauscht und aufgearbeitet werden, dann haben sie sicher einen Stellenwert in der Prävention.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Etwas verrückt

Heute Morgen hieß es in Radio MK, dass die Bürger meiner Stadt ab Mitte November gegen Schweinegrippe geimpft würden, zuerst diejenigen, die im Gesundheitswesen tätig seien und die Polizisten und dann alle anderen.
In der Zeitung las ich dann, dass die Ärzte schon ausgerechnet hatten, dass sie, wenn sich alle impfen ließen einen Monat lang jeden Tag 2000 Bürger impfen müssten. Aber die Sorge sei wohl unbegründet, denn es ließen sich ja nicht alle impfen. Wohl wahr, ich auch nicht.
In den Schulen wird nach den Herbstferien die Hygiene wieder auf "Normalmaß" herunter gefahren. (Stand auch in der Zeitung.) Was das heißt, bleibt der Fantasie überlassen. Ich denke, wie ich es erlebt habe, dass die Klassenräume nicht mehr jeden Tag gesäubert werden, die Toiletten vielleicht, aber die Flure und die Handläufe der Geländer nicht usw. Da nun die normale Grippewelle anrollte, stand auch in der Zeitung, kann die ja jeder kriegen. Man muss nicht mehr so auf Hygiene achten, warum auch. Also Husten und Niesen wir uns wieder an, reichen uns die Hände, ob wir vorher reingehaucht oder drauf gespuckt haben ist egal. Wir dürfen uns wieder in die Arme nehmen. Wir sind wieder immun.
Aber impfen lassen gegen die Schweinegrippe das sollen wir uns dringend.

Montag, 5. Oktober 2009

Getöse

Da hat doch der erste Herbststurm, der von Samstag bis in den frühen Sonntag über uns hinweg brauste, in der Nacht ein paar meiner Blumenkübel umgepustet. Dabei hatte ich sie schon dicht an die Hauswand gestellt. Vom Getöse bin ich wach geworden, aber nicht in den Garten gestiefelt, denn es goss auch noch in Strömen.
Meine Dahlien sind ganz schön in Mitleidenschaft gezogen, sehen ganz zerzaust aus. Und umgeknickt sind auch noch einige. Ob sie sich noch mal erholen? Sie stehen noch so schön in Blüte und Knospen.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Eigentlich ...

... hatte ich was Nettes, was ich in mein Blog schreiben wollte. Und nun fällt es mir partout nicht mehr ein.
Auch das bin ich.

Erntedankfest

Das Parkplatz war schon um 9.40 Uhr gerammelt voll. Ich hatte einen schwer MS-Kranken zum Gottesdienst abgeholt. Den setzte ich am Hintereingang ab, weil ich dort halten konnte, half ihm in die Kirche und fuhr den Wagen dann etwas weiter weg zu einem Parkstreifen an der Straße. Dann zurück, durchs Gewühle hindurch, um die Gebetsanliegen des Monats aufzuhängen, nachzufragen, ob es noch etwas abzukündigen gäbe und dann versuchen einen Platz zu ergattern. Die Kirche war heute gerammelt voll. Erntedankfest, da kommen auch noch die Landwirte aus den Randgebieten, die sonst selten zum Gottesdienst kommen. Außerdem gab es noch drei Taufen und der Posaunenchor einer Nachbargemeinde spielte. Ich hatte die Begrüßung und die Abkündigungen zu halten. Es war festlicher Gottesdienst voller Dank und auch voller Ernst und voller Lebendigkeit.
Beim anschließenden Kirchencafé brummte das Kirchenhaus von den Gesprächen und Begegnungen.

Samstag, 3. Oktober 2009

Sachen gibt's

Musste gerade der Nichte, die in Bensheim weilt, eine Zugverbindung von dort nach Darmstadt (Studienort) heraussuchen. Natürlich im Internet. (Sie war ohne.) Mit etwas telefonischer Nachhilfe von ihr habe ich das dann geschafft. Sie war glücklich und ich auch. Ich habe wieder was dazu gelernt.

Gebet

Der Neffe steckt in seinem Hebraicum. Gestern schrieb er seine Klausur dafür, am kommenden Freitag ist die mündliche Prüfung. Er erzählte heute beim Familienfrühstück, dass der Professor vor der schriftlichen Prüfung die Losung gelesen und mit den Studenten gebetet hat.
Ich wünsche mir mehr solche Professoren.

Gestern gesehen

Gestern Abend sah ich im Vorbeifahren an einer kleinen Umgehungsstraße folgendes gedruckte Schild:
Gesperrt
Für Anlieger unter 3,5 t erlaubt.
Was machen die armen Anlieger, die mehr als 3,5 t wiegen, müssen die in ihren Wohnungen ausharren?

Freitag, 2. Oktober 2009

Augen zu

Bin so müde, dass ich gerade vor dem PC eingeschlafen bin.
Und Tschüss!

Weiterleben ohne dich -

Weiterleben ohne dich - als Eltern und Geschwister plötzlich verwaist
Das war das Thema unserer gestrigen Fortbildung in der Notfallseelsorge. Eingeladen waren Notfallseelsorgende, Feuerwehrleute, Notärzte, Rettungsassistenten, Polizisten, Bestatter, natürlich alle auch in der weiblichen Version.
Es war ein bewegender Abend. Drei Elternpaare aus der Selbsthilfegruppe "Leben ohne dich" berichteten von ihren Erfahrungen mit den oben genannten Menschen. Und sie berichteten auch darüber, was sie gebraucht hätten.
Das Elternpaar, das von der Polizei erfuhr, dass ihr Sohn tödlich verunglückt war, im Auto verbrannt. Die Geschwister, die das auch erfuhren.
Das Elternpaar, dessen Tochter am Tag der Geburt des Enkels Stunden nach der Geburt plötzlich verstarb.
Das Elternpaar, das seine 12-jährige Tochter tot im Bett fand. Die Geschwister erlebten die verzweifelten Wiederbelebungsversuche.
Überall überbrachte die Polizei mit einem Notfallseelsorger die Nachricht. Bei der 12-jährigen wurde die Kripo eingeschaltet, auch wenn sich hinterher herausstellte, dass sie einer "natürlichen Todes" gestorben ist. So ist das Vorgehen immer bei ungeklärter Todesursache. doch wie schrecklich für die Eltern, der Sterbeort wird erst einmal zum Tatort.
Alle drei Familien haben Schlimmes erlebt.
Einige Sätze gehen mir noch sehr nach:
"Wenn deine Eltern sterben, stirbt deine Vergangenheit. Wenn dein Partner stirbt, stirbt deine Gegenwart. Wenn dein Kind stirbt, stirbt deine Zukunft."
"Die anderen Kinder verlieren nicht nur ihr Geschwister sondern auch ihre Eltern, wie sie einmal waren."
"Ich musste eine neue Beziehung zu meinem verstorbenen Kind aufbauen."
"Wir wollen nicht, dass unser Kind zweimal stirbt, einmal am Todestag und einmal wenn es tot geschwiegen wird."
"Das Begreifen des Todes (anfassen, sehen) ist gerade besonders wichtig."
"Ich als betroffene Mutter ziehe den Hut vor jedem, der mich ertragen hat im ersten Jahr, der den Mut hatte, mich auszuhalten."

Ich habe viel gelernt und hoffentlich auch verstanden. Manches ist mir wieder bewusst geworden. Ich kann den Inhalt der Fobi nicht in Worte fassen. Dankbar bin ich, dass ich in keine dieser Situationen alleine hinein gehe. "Wir geh'n an unser's Meisters Hand und unser Herr geht mit." So erbitte ich mir für die nächste Notfallwoche Gottes Weisheit, Kraft,Hilfe und seinen Segen. Für das andere "Rüstzeug" muss ich selber sorgen.