Donnerstag, 31. Mai 2012

Von Gebeten getragen

Wer hätte gedacht, dass die erste Nutzung unseres Mehrgenerationen-Projektes die Nachfeier zur Trauerfeier unseres 19-Jährigen sein würde.
Wir hatten eine gestopft volle Kirche. Die Leute, hauptsächlich Jugendliche, standen in Gängen und Fluren. Und es wurde eine bewegende und begnadete Stunde des Evangeliums mit viel Raum zum Weinen, zum Singen, zum Danken, zum Klagen.
Die gemeinsamen Lieder und auch die Lieder, die Musiker aus unserer Gemeinde spielten und sangen, hatte die Schwester des Verstorbenen ausgesucht, die Freundin meines Neffen.
Wir sind ja alle mit betroffen. Und meine Schwester, die Pastorin, spürte die vielen Gebete der Gemeinde hinter sich. Viele SMS, die sie bekommen hatte, weil Menschen gerade in dieser Stunde für sie beteten.
Und dann war Zeit zum Abschied am Sarg, denn die Urnenbestattung ist später irgendwann. Nebenan im Kirchenhaus und in den Gartenanlagen saßen die vielen Menschen, meistens Jugendliche. Und immer wieder ging jemand noch einmal in die Kirche, stand am Sarg, nahm Abschied oder zündete ein Teelicht an.
Es ist und bleibt schwer und doch war es so ein versöhnlicher Abschied. Eine gute Stunde des sich Erinnerns und besonders eine Stunde des Evangeliums.

Montag, 28. Mai 2012

Einweihung

Pfingsten mit viel Programm. Festgottesdienst, Einweihung des 1. Bauabschnittes unseres Mehrgenerationen-Projektes, 10-jähriges unseres Kirchenhauses und Nacht der offenen Kirchen.
Das alles wurde bei uns gefeiert.
Strahlender Sonnenschein, ein reichhaltiges Kuchenbüfett, ein ebenso reichhaltiges Salatbüfett, Gegrilltes, Musikalisches und Kabarett, Lagerfeuer. Viel Dank und Lob, viel Rückschau, viel Vorschau.
Ein paar Fotos vom Mehrgenerationen-Projekt:


Vom frühen Morgen des 1. Pfingsttages bis in den frühen Morgen des 2. Pfingsstages gab es Programm.

Dennoch

Die Fragen bleiben:
Warum wollte er nicht mehr leben?
Er hat an jeden Einzelnen aus seiner Familie und auch an seine Freundin einen liebevollen Abschiedsbrief geschrieben, sich bei ihnen bedankt für die Liebe, die sie ihm gegeben haben. Hat geschrieben, dass er die beste Familie hatte, die liebevollste Schwester und dass er weiß, welches Leid er ihnen zufügt. Und doch war das große schwarze Loch in ihm stärker, dass, was ihm das Leben zu schwer machte (obwohl es nie Anzeichen für Depression gab).
Am Mittwoch werden wir ihn beerdigen. Auch die hat er in seine Überlegungen mit einbezogen.
Die Jugendlichen und Freunde sind weiter da, in seinem Elternhaus, dann im Pfarrhaus. Es ist unglaublich und für mich immer wieder bewegend, wie sie miteinander umgehen.

Und bei allem Schweren erlebe ich Gottes Wunder. Da findet plötzlich Versöhnung statt, wo jahrelang Feindschaft geherrscht hat.

Über seiner Todesanzeige steht die SMS von Gott am Todestag:
"Der Herr führt dich auf den Weg des Friedens." Lukas 1,79

Mein Neffe und zukünftiger Schwager des Verstorbenen machte den Vorschlag und auf Bitten der Schwester (Freundin) haben die Eltern dem Vers zugestimmt. Die Schwester, sie schreit manchmal ihr Leid laut heraus und findet doch immer wieder Halt im Glauben an unseren Heiland und Erlöser.

Freitag, 25. Mai 2012

Herr, erbarme dich!

Er hat sein Leben vor die Wand gefahren, nein vor den Brückenpfeiler, der 19-Jährige. Am Abend von Mittwoch auf Donnerstag hat er seinem Leben ein Ende gesetzt. Er war nicht sofort tot, ist noch mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden und dort gestorben.
Als die Polizei die Eltern benachrichtigt und fragt, ob er vielleicht Selbstmord begangen hätte, weisen sie das weit von sich. Und dann werden in seinem Zimmer die Abschiedsbriefe gefunden. Er hat alles geplant, schon länger, hat seinen Handy-Vertrag gekündigt, seine Autoversicherung usw. Er hat es geplant.
Am vergangenen Samstag habe ich mich noch mit ihm unterhalten. Wir haben gemeinsam gefeiert, denn er ist der Bruder der Freundin meines Neffen.
Und nun sind sie alle angereist, Nichte und Verlobter, Neffen mit Freundinnen und die Freundinnen der Schwester des Jungen. Und im Pfarrgarten saßen sie gestern umeinander, weinten, trösteten sich, trösteten die Schwester des Getöteten. Ab und zu ging einer still in die Gebetskapelle. Das habe ich als sehr bewegend erlebt, wie sie da alle miteinander füreinander da waren und sind.
Und wir sind alle fassungslos. Und ohne Gott würden wir verrückt. Die Schwester findet im Glauben Halt. Die Eltern? Es ist schrecklich. Werden Eltern das jemals los?
Meine Schwester war noch nachts da, im Krankenhaus in D., sie hat mit ihm und später bei ihm gebetet.
Unser Herr und Heiland ist ein barmherziger Gott.
Herr erbarme dich über uns alle.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Offener Himmel

Nach den gestrigen Unwettern hatten wir heute zugefrorene Autos, aber einen blauen Himmel mit strahlendem Sonnenschein. Es war nur ein kleines Trüppchen, dass sich zu Fuß zum Open-Air-Gottesdienst nach Niederhunscheid aufmachte. Und doch waren etwas über 200 Gemeindeglieder am Ort des Gottesdienstes in einem kleinen Dorf, das aus 5 Häusern besteht. Wahrscheinlich haben sich die meisten dann doch noch per Auto auf den Weg gemacht, als sie sahen, welch herrliches Wetter war.
Und wir hatten einen gesegneten Gottesdienst unter Gottes offenem Himmel.
Hier der Beweis:
Luxus im Wald. Der besondere Service. Wir staunten nicht schlecht.

So ihr nicht werdet wie die Rinder ......

Ganz klassisch mit Posaunenchor

Eine Seite der Gottesdienstegemeinde

Selbst auf der Wiese konnten wir lagern.

Auch die Hunde hörten Gottes Wort. Mogli sang sogar zu den Posaunenklängen.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Drinnen - Draußen

Während im Rathaus der Europatag gefeiert fand draußen auf dem Rathausplatz eine Oldtimer-Show statt. Sie war das Ende einer Oldtimer-Rallye. Ich konnte nicht widerstehen, bin mal vorbeigeflitzt.
Zwei Autos habe ich mir ausgesucht, die hätte ich gerne.

Europatag

Wir waren eine von 144 Städten in Deutschland, die den Europatag ausrichteten. Christen aus ganz Lüdenscheid (14 Nationalitäten) hatten sich zusammengetan um dies zu ermöglichen. Am letzten Samstag wurde das ganze Rathaus samt seinen Amtsstuben hierfür in Beschlag genommen.
Etwa 400 Teilnehmer waren gekommen. 300 Stühle hatten wir gestellt. Es war ein gesegneter Tag.


Eine unserer Gemeindebands. Das Foto an der Leinwand besteht aus lauter Menschengesichtern.

Ein Fürbittengebet in 14 verschiedenen Sprachen.

Der OFK-Stand

In einer der Arbeitsgruppen sprach Tina (Mitte) aus dem OFK, die es aus der Obdachlosigkeit geschafft hat, aber immer noch in einigen Bereichen Betreuung braucht. Sie ist die Mutter eines unserer OFK-Babies.

Auf den Fluren gab es Möglichkeiten zur Begegnung.

Kapriolen

Ein Hagelschlag, gerade eben.



Dienstag, 15. Mai 2012

Durchblick

Nun habe ich den Durchblick. Zwar noch nicht so ganz, weil ich die bodentiefe neu eingebaute Scheibe noch nicht putzen darf. Aber ich habe das Versprechen des Fensterbauers, dass ich nach dem Putzen (frühestens morgen Nachmittag) wieder klare Sicht habe.
Ich bin mal wieder fix und fertig, als hätte ich die große Scheibe eingebaut. Aber das war ein lieber guter Bekannter, nämlich der Senior-Chef. Schon länger in Rente.
Und wir haben unsere Geschichte miteinander, die uns verbindet, schon lange Jahre. Seine Frau war auch mit eingebunden, ist vor ein paar Jahren an Krebs gestorben.
Und so hatten Roland und ich viel zu erzählen, viel auszutauschen. Ich weiß wieder wie es ihm geht.
Und mit tut es unendlich gut, wenn ich es mit vertrauten Handwerkern zu tun habe.
Das war heute wieder Gnade der Begegnung.

Montag, 14. Mai 2012

Wunder

Marcus, unser Skinhead, hat uns verblüfft. Er erzählte meiner Schwester und mir, dass er "seinen Leuten" gesagt habe, er steige bei ihnen aus. Sie wollten ihn zum Schatzmeister wählen, da ist er damit raus gerückt. Nur wollte er gerne noch zum Abschied mit seiner Truppe nach Leipzig zu einem Abschiedskonzert. Er meinte, es könne nicht passieren.
Er war dort. Es ist nichts passiert. Seine Leute haben ihm nichts getan, haben ihn ziehen lassen.
Wir haben auf den Knien gelegen und gebetet, für Marcus, dafür, dass in Leipzig nichts passiert. Die Polizei hat zwar die Personalien festgestellt, aber die Jungs haben sich ruhig verhalten.
Und seine Leute haben zu Marcus gesagt, dass er sich nun nirgends wo in Deutschland mehr Hilfe in einer Skinhead-Gruppe holen kann und darf. Er ist eine Nichtperson dort geworden.

Einem anderen Mitarbeiter hat Marcus noch mehr erzählt. Seine ehemaligen Kumpel haben ihn gefragt, ob er "fromm" geworden sei, sich bekehrt hätte. Das nicht, hat er ihnen gesagt. Aber er wolle nicht mehr so leben wie bisher. Er habe Menschen gefunden, die so liebevoll miteinander umgingen und sich gegenseitig so achtungsvoll behandelten. Und zu denen (uns) möchte er gehören.
Und so ist Marcus im OFK und bringt sich ein.
Er ist bisher jeden Sonntag im Gottesdienst, macht alle Veranstaltungen mit. Und gestern beim Europatag haben wir uns beim Begrüßen umarmt, einfach so.
Sicher ist es nicht leicht, hinter ihm zu sitzen und auf seinem kahlen Kopf im Halbkreis zu lesen Skinhead und darunter im entgegengesetzten Halbkreis WEISS UND STOLZ. Da muss auch ich schlucken und hoffen und beten, dass unsere farbigen Mitglieder der Gemeinde damit umgehen können.

Gott hat seine Wege. Gott hat seinen Weg mit Marcus. Ich bin gespannt, wann er andere T-Shirts anzieht. Vielleicht hat er keine anderen. Auf jeden Fall ist vieles in Bewegung - bei ihm - bei uns.

Sonntag, 13. Mai 2012

Überraschungen

Heute Morgen hatte ich als "Nicht-Mutter" folgende Nachricht auf meinem Handy:
"Liebe Nenne, zum Muttertag möchte ich auch Dir für alles danken, was Du in uns investierst. Alle Kraft, Liebe, Gedanken und Gebet...
Danke für Deine Treue und Fürsorge. Alles Liebe, M...."
Ich war platt, gerührt bewegt.

Und gerade kam ein Anruf von der SMS-lerin: " Liebe Nenne, ich wollte Dir was Freudiges mitteilen F. und ich haben uns gerade verlobt."
Ich hatte es erwartet, bin aber doch platt und bewegt.
Nun habe ich endlich wieder einen neuen Neffen. Denn so eine Verlobung ist doch verbindlicher als Freundschaft.
Nun mache ich mir mal Gedanken über das Verlobungsgeschenk.

Freitag, 11. Mai 2012

Ohne Worte

Heute Morgen an meiner Terrassentür:


Donnerstag, 10. Mai 2012

Reich beschenkt

Der jüngste Sohn der Schwester wurde gestern 23. Mutter und Tante sind nach Karlsruhe gefahren um mit ihm zu feiern. Unterwegs lasen wir in der Nähe des Frankfurter Kreuzes noch den Freund der Nichte auf. Und dann waren in der winzigen WG alle Geschwister samt Anhang zusammen. Und alle verstehen sich gut, waren schon vor dem "Verbandeln" miteinander befreundet. Das ist einfach toll. Wir haben den ganzen Tag miteinander verbracht. Mutter und Tante immer mittendrin. Ins Städtchen ging es gemeinsam, die Geschäfte durchstreiften Männlein und Weiblein nach Geschlecht getrennt. Wir haben uns köstlich amüsiert.
Damit der Neffe auch am Studienort üben kann, bekam er von allen zusammen ein Schlagzeug geschenkt, mit dem man auch in kleinen Räumen üben kann, ohne Nachbarn, Mitmieter und Vermieter auf die Palme zu bringen.
Ich bin so reich beschenkt mit meinen Lieben. Mir fließt das Herz über.                                                 

Dienstag, 1. Mai 2012

Schätze am Wegrand



Maiwanderung

Schon Tradition ist die Wanderung von OFK und Gemeinde am 1 Mai. Die Fußkranken dürfen am späten Nachmittag zum gemeinsamen Grillen und Essen ans Kirchenhaus kommen.
Gewandert sind wir mit Kind und Kegel zu 36. Und als wir wieder an der Kirche waren, warteten da noch mal 32 Leute auf uns die alle "fußkrank" waren.
Nach einem kräftigen Gebet ging es los.
Es war ein guter Tag, mit Sonne, mit Wolken, ohne Regen und mit guten Gesprächen.
Etwas war dieses Mal anders. Ein Team von Sparkassenlehrlingen hatte die Idee mal etwas Gutes für den OFK zu tun und wollte das Grillen und die Bewirtung übernehmen. Selbst die Salate und Beilagen hatten die Lehrlinge gemacht und die Fleischwaren wurden gestiftet.

Für die Mitglieder des OFK brachte die Pastorin samt Mitarbeitern die Verpflegung mit.

Kind und Kegel waren dabei.

Nach der Wanderung schmeckt es besonders gut.

Das Sparkassenteam

Ich konnte nicht widerstehen, das zu knipsen. An dem Tisch wurde Karten gespielt. Der Rollstuhlfahrer stellte einfach sein Essen auf die offene Tasche und spielte Karten. Dazwischen aß er immer mal wieder.