Mittwoch, 22. Oktober 2014

Hahn im Korb

Gestern Abend trafen wir uns mal wieder zum Veteranentreffen. Wir pensionierten Lehrerinnen aus der Grundschule in der ich die letzten drei Jahre noch tätig war. Ist ja schon merkwürdig, dass dort so eine Bindung entstanden ist, während das an meiner alten Schule, an der ich fast dreißig Jahre war, so nicht ist. Da treffe ich mich nur mit einer Lehrerin mal.
Gestern war es anders, gestern kam unser ehemaliger Konrektor dazu. Er hat gerade seine Ehefrau verloren, die nach sehr langer und sehr schwerer Krankheit verstorben ist.
Eine Zeitlang hat er sich wohlgefühlt, viel von sich erzählt. Doch dann meinte er, Frauen hätten doch noch andere Themen, die ihn weniger interessierten. Sprach's und verschwand.

Doch kommen will er weiter, jedenfalls zum gemeinsamen Speisen.

Betroffen

Betroffen macht mich, als ich gestern die Zeitung aufschlage und ein Foto von der Goldenen Konfirmation der Nachbargemeinde sehe. Dort strahlt mir auf dem Foto der Pastor entgegen.
Und am Abend dieses Sonntags kriegt er einen schweren Herzinfarkt und liegt weiter im Koma.
Er versorgte ja zwei Gemeinden, eben die Nachbargemeinde und unseren zweiten Pfarrbezirk.

Ich merke, es trifft mich noch einmal sehr ihn so fröhlich dort zu sehen.
Wir werden mit Gebets-SMS über seinen Zustand unterrichtet und beten für ihn und seine Frau.

Montag, 20. Oktober 2014

Gott sorgt

"Gott sorgt dafür, dass die richtige Menschen zur rechten Zeit in unserem Leben erscheinen." Das sagte mein Vater oft.
Gerade erlebe ich, dass dies auch für die "richtigen Worte" zutrifft.
Innerhalb der letzten zwei Stunden gab es einen Anruf, dass ein mir lieber Mensch, ein angeheirateter Vetter sehr plötzlich heimgegangen ist. Er war sehr krank, aber doch kam der Abschied jetzt sehr plötzlich, vor allem für meine Cousine.
Unmittelbar davor kam per SMS die Nachricht, dass Pfarrbruder meiner Schwester (aus dem 2. Pfarrbezirk) mit schwerem Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen ist. Er liegt im Koma. Ganz plötzlich. Meine Schwester ist krank, heftiger Gripperückfall.


Und war passiert jetzt gerade. Das Handy kündigt eine SMS an. Ich gucke nach.
Es ist eine "SMS-von-Gott" die ich normalerweise jeden Morgen um 07:02 Uhr aufs Handy bekomme.
Jetzt kommt sie heute Abend plötzlich um 20:09 Uhr.(Heute Morgen war auch eine da.)  Klar ist da was durcheinander geraten. Aber ich bekomme diese SMS-von-Gott nun gerade jetzt:
"Setze deine Hoffnung auf den Herrn. Er steht dir bei und errettet dich." (Siehe Psalm 30,20)


Das ist Gottes Timing und das nehme ich jetzt ganz persönlich! Ich merke, wie gut mir dies tut.

Überraschung am Mittag

Es schellt.
Ein baumlanger "Kerl" steht vor meiner Tür. Kurzes Stutzen von meiner Seite, dann erkenne ich ihn.
Es ist ein ehemaliger Schüler vom mir, heute 22 Jahre alt.
Mit seinem Motorroller kam er vorbei, sah das bekannte Auto (so alt ist es schon) und dachte, er sollte mal reingucken und sich verabschieden.
Denn morgen geht es zuerst noch in eine andere Stadt und dann weiter nach Neuseeland (Travel and Work für ca. ein Jahr).
Ich bin mehr als platt. Seit der Grundschulzeit habe ich nur einmal wieder Kontakt gehabt, als er mich vor zwei Jahren zu meinem Geburtstag besuchte (eine Gruppe ehemaliger Schüler war damals da).
Wir erzählen von früher, von jetzt, von dem was vielleicht wird und trinken dabei Kaffee.
Er zieht weiter mit der Gewissheit, dass ich seinen Weg betend begleite.
Einfach schön, so eine Begegnung, so ein Besuch.

Samstag, 18. Oktober 2014

Mal eben ...

Endlich waren heute Morgen ein paar meiner Lieben mal wieder zum "Familienfrühstück" da. Das dämmert so leise vor sich hin, seit die jungen Leute nicht mehr regelmäßig zum Wochenende am Heimatort sind und die Schwester immer mehr Dienste auf den Samstag legt.
Doch gestern meldete sich unverhofft Neffe Nummer 1 samt Verlobter an. Darauf hin entschloss sich mein Schwager doch auch zu kommen und meine Schwester schaute, zwischen zwei Diensten von dreien, "mal eben" kurz rein und aß ein Brötchen mit.
Der Schwager wollte nach dem Frühstück noch "mal eben" in die Firma, nach dem Rechten schauen.
Die Verlobte wollte sich "mal eben" kurz aufs Sofa legen und schlief dann ein.
Der Neffe sollte "mal eben" nach einer wackeligen Stufe an meiner Treppe gucken. Darum bat ich ihn, weil ich nicht weiter kam damit.
Er hat sich ins Zeug gelegt und die Stufe wackelt nun nicht mehr.
Dafür hat er aber auch "mal eben" noch mit dem Staubsauger unter der Treppe allen Staub weggesaugt (das ist nämlich so eine Art Verschlag, vom Abstellraum aus mehr schlecht als recht zu begehen und bekriechen).
Und Nenne ist "mal eben" sehr glücklich über die Begegnung mit viel Erzählen und über ein Teil in der Wohnung, dass endlich  "mal eben" repariert worden ist.


Wie sagt meine Patentante (Frau des Bruders meiner Mutter und 92 Jahre alt) immer: "Wenn nur die vielen Ebens nicht wären, wäre manches leichter."

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wie gut

..., dass ich mich mit der Gartenarbeit etwas ran gehalten habe.
Bäume und Sträucher sind beschnitten, reichlich. Und leider ist auch das herbstlich Schöne mit weg. Denn ich war einmal dran und hatte Kraft und auch Schwung.
Ich wollte Fotos von vorher und nachher machen. Das habe ich schlicht vergessen. So lasse ich die Fotos von nachher auch. Denn es sieht an einigen Stellen doch etwas traurig und kahl aus.
Egal - ich bin froh, dass ich so weit bin.
Alles andere sind jetzt Kleinigkeiten, die auch mal zwischendurch noch gemacht werden können.
Nur die Rosen blühen z.T. noch so schön, dass ich sie noch davon kommen lasse. Den richtigen Schnitt bekommen sie ja sowieso erst im Frühjahr.
Die Nachbarn sind zufrieden, dass ich meinem Hortensienbusch vor dem Haus einen gewaltigen Verjüngungsschnitt verpasst habe. Sie haben bei der Durchfahrt mit ihren Autos keine Schwierigkeiten mehr. Und ich habe meinen Frieden und ein paar Jahre wieder Ruhe.

Und freuen tue ich mich, dass ich bisher alles so gut geschafft habe.
Dafür kann ich nur immer wieder Gott danken. Das ist nicht selbstverständlich.
Um mich herum gibt es Elend ohne Ende.
Es gibt viel zu beten. "Packen wir's an."








Sonntag, 12. Oktober 2014

Kirchenschmaus

Nach dem Gottesdienst kann man sich bei uns im Kirchencafé einfinden. Es gibt Kaffee und Knabbergebäck kostenlos.
Ein paar Gemeindeglieder haben es sich zur Aufgabe gestellt, belegte Brötchen zu verkaufen oder auch Waffeln zu backen und damit die Gemeindekasse ein wenig aufzubessern.
Meine Freunde, inzwischen auch regelmäßige Besucher und Mitglieder unserer Gemeinde, meinten, da könnten sie auch mitarbeiten, vor allem, weil sie so ein besonderes Waffeleisen hätten.
Gesagt, getan, heute backten sie und bestrichen Brötchen. Und weil die Waffeln irgendwie besonders aussahen und auch einen besonderen Teig hatten, die Lieben aber nur ein Spezialeisen, mussten alle etwas länger warten.
Wie gut, dass heute der Gottesdienst, bedingt durch eine kurze Predigt (Urlaubsvertretung) früher als sonst beendet war.

Das Kirchencafé war trotz der Herbstferien rappelvoll. Dank der Sonne sßen noch manche draußen auf der Terrasse.
Am Ende war alles aufgefuttert. Brötchen und Belag waren alle und auch der Waffelteig. Doch für Schwester und Schwager, die heute aus dem Urlaub zurück kommen, gab es noch je eine Waffel als Willkommensgruß (von der Gemeinde für die Pastorin).

Auch ein Erntedankfest

Über Facebook (PN) hat mich eine ehemalige Schülerin zu ihrer kirchlichen Trauung eingeladen.
Sie war vier Jahre meine Grundschülerin. Ich habe gerne zugesagt.
Die Kirche war rappelvoll. Viele Begegnungen mit ehemaligen Schülerinnen und Schülern und Eltern gabe es vorher und nachher für mich.
Die Trauung war für mich bewegend, klar in der Verkündigung, auch mit einem gegenseitig zugesprochenen Ehegelübde (nicht mit einem einfachen "Ja").
Die Lieder hatte das Brautpaar auch selber ausgesucht.
"Von guten Mächten wunderbar geborgen" und "Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen".
Das letzte Lied war unser Abschiedslied aus der Grundschule. Das haben wir uns damals gegenseitig zugesungen.

Als ich bei der Gratulation die Braut kurz darauf ansprach sagte sie: "Ja, daran habe ich auch gedacht, als ich es aussuchte."
So viele Jahre ist das nun schon her. Braut und Bräutigam stehen schon lange im Beruf.
Es hat mich bewegt und erfreut.