Schlange stehen vor der Kirche, am 1. Advent, ja das gibt es. Beide Kirchentüren zum Kirchenflur sind geöffnet und es bildet sich im Flur zur Kirche eine lange Schlange. Die Pastorin begrüßt alle persönlich und drückt die meisten an ihr Herz (und an den neuen Talar, Schminkflecken schon vorhanden). Um 10.00 Uhr beginnt der Gottesdienst. Um 10.10 Uhr herzte sie noch immer. Die Orgel beginnt irgendwann zu spielen, es muss ja los gehen. Die Leute müssen stehen, auch als die Kinder nach dem Kinderlied zum Kindergottesdienst und zur Kinderbetreuung abgezogen sind.
Es ist rundum adventlich, am Adventskranz im Altarraum brennt eine Kerze. Die Pastorin predigt heute über den Ausspruch von Maria: "Siehe ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie Du gesagt hast." Luk. 1,38 (mein Konfirmationsspruch). Und dazu passt, dass heute die Kollekte für schwangere Frauen in Not ist. Gottes Zusammenfügen. Bewegende Beispiele aus dem heutigen Alltag machen die Aussage des Textes deutlich.
Und dann war da noch ein Goldhochzeitspaar, das gerne gesegnet werden wollte. Er in seiner Soldatenuniform, in der er auch geheiratet hatte. Und einige seiner Kameraden von damals waren auch in Uniform da.
Ein Kind wurde gesegnet, eines getauft. Beide Familien der Täuflinge trugen zur Gestaltung der Taufe bei. Und nachher saßen alle mit im Kirchencafé, samt ihren Gästen. Es war alles überfüllt, wir hatten alle Hände voll zu tun, Gespräche ohne Ende. Das Waffeleisen der Jugend glühte.
Erst gegen 14.00 Uhr war Aufräumen und Spülen angesagt.